Hohenheim | 9. September 2016, 12:31 Uhr Energie und Essen von einer Fläche

Unten ackern, oben Sonnenenergie sammeln. Das ist das Konzept der Agrophotovoltaik. Die Universität Hohenheim begleitet eine jetzt in Betrieb gehende Forschungsanlage am Bodensee.

In der kommendne Woche weihen Wissenschaftler ein Pilotkraftwerk zur Agrophotovoltaik (APV) ein. Das Konzept sieht vor, Energie und Lebensmittel auf der gleichen Fläche produzieren zu können. Ein Lichtmanagement soll die Erträge aus Photovoltaik und Photosynthese optimieren.

PV ohne Acker

Um den Verlust von Böden zu vermeiden, erhalten nur noch bestimmte Photovoltaik-Anlagen eine Förderung. Auf nicht-versiegelten Flächen wird seit der Novellierung des EEG 2012 keine Einspeisevergütung mehr gezahlt. Deswegen finden sich die meisten Module auf Dächern.

Die am 18. September startende Pilotanlage in Heggelbach am Bodensee wird wissenschaftlich von Forschern der Universität Hohenheim begleitet. Es sollen unter Realbedingungen die wirtschaftlichen, technischen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte der Technologie untersucht werden.
An der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wurde bereits 2013 eine kleine APV-Anlage installiert. Dort wurde mit Salat experimentiert. Als qualitatives Ergebnis kam heraus, dass die Salate gut gedeihen. Eine quantitative Analyse wurde nicht durchgeführt. In Italien hat es bereits Versuche mit Getreide gegeben. Der Mähdrescher fand unter den Solarmodulen Platz zum Ernten.

Langfristiger Wunsch ist der Ausbau großer Anlagen, ohne dass dabei die Ressource Ackerboden verbraucht wird. Für die Landwirtschaft sollen sich neue Bewirtschaftungsmöglichkeiten ergeben, heißt es von Seiten der Projektverantwortlichen. Das APV-Pilotkraftwerk wird vom Bundesforschungsministerium gefördert. (kbo)
 

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