Schädlingsbekämpfung | 29. September 2017, 15:53 Uhr Forscher kommen mit Sterilität weiter

Entweder der Landwirt spannt Netze über seinem Feld, spritzt oder aber er setzt sterile Fluginsekten an die Luft. Mit neuer Technologie könnte dies irgendwann klappen.

Die Mittelmeerfruchtfliege ist ein invasiver Schädling, der Nutzpflanzen befällt - vor allem Obst- und Nussbäume sowie Gemüsepflanzen. Ihre Larven fressen sich durch die Früchte. Wissenschaftler experimentieren seit längerem, um die Fliege steril zu machen. Diese könnten später im Zielgebiet freigelassen werden, damit weniger Nachkommen schlüpfen. Mit der Crispr/Cas-Technologie lassen sich diese Mutationen zielgerichtet ins Fliegengenom einbringen. Jetzt wurde diese Methode nochmals verbessert, wie ein Forscherteam aus Italien beschreibt.

Der Clou der weiterentwickelten Methode ist, dass keine DNA in die Zelle eingeführt wird, sondern die einzelnen Reagenzien des Systems als CRISPR/CAS-RNP-Komplex eingeschleust werden. Der Ansatz senkt auch die Zahl der Off-Target-Effekte und steigert die Erfolgsrate bei der Einführung der gewünschten Mutation. Wenn es gelingt, solche „Sterilitäts-Mutationen“ in den Wildpopulationen der Mittelmeerfruchtfliege zu verbreiten, könnte die Zahl der Schadinsekten drastisch zurückgehen.

Doch es gibt auch Hürden: Ein Problem sind Resistenzen, über die man zu wenig weiß, um sie aus dem Genom entfernen zu können. Resistenzen entstehen dann, wenn das Gene-Drive-System nach einer natürlichen Mutation nicht mehr in der Lage ist, das zu verändernde Gen in späteren Generationen zu erkennen. Denn wie fast alle Elemente im Genom sind auch Gene-Drive-Systeme jenen Kräften unterworfen, die genetische Vielfalt hervorbringen. Generell ist genetische Vielfalt eine Hürde für den Einsatz von Gene Drive in natürlichen Populationen. (az)
 

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