Pflanzenforschung | 9. August 2017, 14:47 Uhr Gendefekt hilft Weizenbrandpilz

Krankheitserreger sind meist nur für eine kleine Anzahl an Wirten gefährlich. Selten kommt es zum Übersprung auf andere. Geschafft hat dies der Weizenbrandpilz. Die Hintergründe lagen lange im Dunkeln.

Mitte der 1980er Jahre kroch eine neue Pilzkrankheit über die Felder. Weizenbrand, ausgelöst vom Pilz Pyricularia oryzae. Er lässt die noch unreifen, grünen Weizenähren erbleichen und deformiert die Körner. Von Brasilien aus breitete sich der Pilz auf viele andere Länder in Süd- und Nordamerika aus. Erst kürzlich fraß er sich über Weizenfelder in Bangladesch und verursachte hohe Ernteausfälle, berichtet das Portal "pflanzenforschung.de".

Dabei sind die ursprünglichen Wirtspflanzen dieses Pilzes ganz andere Gräser. Je nach Subtyp befällt der Pilz Reis, Hafer oder Weidelgras. Doch wie konnte der Pilz auf Weizen überspringen? Erst jetzt haben Wissenschaftler die molekularen Mechanismen dahinter entschlüsselt.

Ein defektes Gen ermöglichte den seltenen Wirtswechsel. Der Brandpilz attackiert seine Wirtspflanzen dank zweier Gene namens PWT3 und PWT4 (und der entsprechenden Genprodukte). Weizenpflanzen konnten sich bisher dank der korrespondierenden Verteidigungsgene dagegen wehren. Mit dem Verlust eines entscheidenden Gens wurde die in Brasilien vielerorts angebaute Sorte "Anahuac" jedoch anfälliger für den Brandpilz.

Auf gleichem Weg könnte der Brandpilz eines Tages auch den Wirtssprung in den Hafer oder andere Gräser schaffen, schreiben die Forscher auf "pflanzenforschung.de". Um das zu verhindern, sei es wichtig, weltweit vermehrt Weizenlinien anzubauen, die beide Abwehrgene in ihren Genomen beherbergen. (mrs)
 

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