Agrar-Karrieretag | 5. Mai 2017, 15:37 Uhr Lieber ein bisschen unangepasst

Auf dem Agrar-Karrieretag gab es wieder hervorragende Chancen für alle Seiten: Unternehmer gaben preis, was sie von Berufseinsteigern erwarten. Und Chefs haben erfahren, wie sie junge Mitarbeiter für sich gewinnen können.



Junge, gut ausgebildete Studenten sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Und dennoch schauen die Unternehmen genau hin, wen sie einstellen. Sich alten Strukturen im Unternehmen nicht immer komplett anzupassen, ermutigten Unternehmensvertreter den Nachwuchs auf dem Agrar-Karrieretag, den die agrarzeitung (az) gemeinsam mit dem VDL Berufsverband am Mittwoch an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel (CAU) veranstaltet hat.

Die Branche braucht mehr Querdenker

Gesucht sind Querdenker, die Dinge bewegen wollen. Wer sich von der Aussage „Wir machen das so, weil wir es schon immer so gemacht haben“ erst recht herausgefordert fühle, neue Dinge anzustoßen, werde von vielen Unternehmen gerne gesehen. Die sich schnell wandelnde Arbeitswelt brauche kreative Köpfe mit Ideen.

Agrar-Karrieretag

Absolventen der Agrarfakultäten sind gefragt wie selten zuvor. Fachkräftemangel und demographischer Wandel versprechen glänzende Berufsaussichten. Doch welche Jobs haben die Unternehmen eigentlich anzubieten? Welche Anforderungen stellen sie an die Bewerber und was können die Einsteiger andererseits von den Unternehmen erwarten? Interessante Referenten aus Handel und Industrie, Wissenschaft und Politik geben einen Einblick in die Karrierewege im Agribusiness. Sie informieren über Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten und stehen zum direkten Kontakteknüpfen bereit.

Die nächsten Termine:
24. Oktober 2017 an der Hochschule Neubrandenburg

06. Dezember 2017 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn

Während der Podiumsdiskussion „Überstunden, Schmerzensgeld: Wird Idealismus ausgebeutet?“, moderiert von den studentischen VDL-Mitgliedern Veronika Riepl-Bauer und Almut Hüneke, wollten diese wissen, wie Unternehmen auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter achten. Denn besonders engagierte, motivierte junge Arbeitskräfte wollen anfangs zeigen, was sie können. Überarbeitung ist dann schnell ein Thema.

Klassischen Achtstundentag gibt es nicht

Diese Problematik werde sehr ernst genommen, erklärten die Unternehmensvertreter. Es sei vor allem wichtig, dass Führungskräfte ein Auge auf das Arbeitspensum haben und gegebenenfalls aktiv einschreiten. Gerade in der Agrarbranche eine Herausforderung, da es immer Hochphasen gibt, die sich dann unbedingt mit Phasen der Entlastung abwechseln sollten. Den klassischen Achtstundentag gebe es nicht.

Eigene Erfahrungen ernst nehmen

Viele Studenten konnten Unsicherheiten ausräumen, die sie zuvor in Bezug auf Bewerbungsphasen hatten. „Soll ich mich überhaupt bewerben, wenn in der Stellenanzeige Berufserfahrung gefordert ist?“, wollte ein Student aus dem Publikum von den Unternehmensvertretern wissen. Die Formulierung motiviere nicht gerade, sich mit Elan zu bewerben.


Die Antwort dürfte Berufsanfänger freuen: Die Vertreter der Unternehmen waren sich einig, dass man das Wort „Berufserfahrung“ nicht zu eng sehen dürfe. Falls jemand im Studentenjob Dinge gelernt habe, die auf die Stelle passten, zähle das ebenfalls. Außerdem lohne es sich bei Interesse immer, sich zu bewerben. Die Firma könne Bewerber auch anderweitig einsetzen, wenn es passe. (has)
 

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