Auszeichnung | 6. Juni 2017, 13:51 Uhr Mit der Drohne auf Jagd nach Unkraut

Forscher der Uni Bonn und der ETH Zürich haben in Singapur eine Auszeichnung erhalten. Ihre Drohne erkennt Unkräuter automatisch.

Bei der Internationalen Konferenz zur Robotik und Automatisierung in Singapur erhielten die Wissenschaftler den „Best Paper Award in Automation“. Ihre Veröffentlichung stelle unter Beweis, dass sich Drohnen für die automatische Erkennung von Unkräutern im Sinne des „Smart Farming“ nutzen lassen, so die Begründung. Die Studie wurde aus insgesamt 938 eingereichten Arbeiten ausgewählt.

Und so wird Unkrautbekämpfung künftig präzisiert werden: Eine ultraleichte Drohne überfliegt ein Zuckerrübenfeld und schießt mit einer Kamera gestochen scharfe Bilder, auf denen sich jede einzelne Pflanze erkennen lässt. Mit diesen digitalen Daten und einer speziell dafür entwickelten Software können Forscher automatisiert Karten von den Rüben und dem Unkraut sowie vom Zustand der Feldfrüchte erstellen. „Diese Datengrundlage erlaubt Landwirten zu ermitteln, wie es um den Unkrautbefall auf dem Feld aussieht, wo ein Eingriff nötig ist und wo gegebenenfalls gedüngt werden muss“, berichtet Prof. Dr. Cyrill Stachniss vom Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn.

Zusammen mit seinem Doktoranden Philipp Lottes und den Forschern Raghav Khanna, Dr. Johannes Pfeifer und Prof. Dr. Roland Siegwart von der ETH Zürich hat Prof. Stachniss die Möglichkeiten, die ein solcher Drohnenüberflug bei vergleichsweise geringen Kosten bietet, in der Veröffentlichung auf der weltweit größten Robotikkonferenz vorgestellt. Auf den Flächen von zwei landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland und der Schweiz stellten die Wissenschaftler unter Beweis, dass sich diese Methode zur automatisierten Klassifikation bis hinab auf die Ebene einzelner Unkräuter und Feldfrüchte eignet.

Die Publikation UAV-Based Crop and Weed Classification for Smart Farming ist im Netz.


 

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