Schädlingsbekämpfung | 28. August 2013, 11:04 Uhr Wespen als Bio-Waffe

Tierökologen der Uni Hohenheim haben eine spezielle Zuchtbox für Lagererzwespen entwickelt. Der Nützling bekämpft den schädlichen Kornkäfer.

Zuchtbox für Lagererzwespen

Zuchtbox für Lagererzwespen

Foto: Universität Hohenheim

Die Lagererzwespe kommt als ökologische Bekämpfungsstartegie gegen den Kornkäfer zum Einsatz, der bei der Einlagerung von Getreide auftreten kann. „Bisher züchten Händler, die Lagererzwespe und verkaufen sie an Landwirte“, erklärt Prof. Dr. Steidle, Leiter des Fachgebiets Tierökologie an der Universität Hohenheim.

Ihre aktivsten Tage verbringe die Wespe dadurch bisher im Versandpaket, sodass diese bei Ankunft auf dem Betrieb schon so geschwächt sei, dass sie den Kornkäfer und seine Larven nicht mehr mit voller Kraft angreifen kann. Tierökologen der Universität Hohenheim haben deshalb die Hohenheimer Zuchtbox entwickelt. Sie soll wertvolle Zeit sparen. Im Getreidelager aufgestellt, wachsen die Wespen in der Zuchtbox heran und können künftig direkt zum Einsatz kommen.

Wespen schlüpfen direkt im Lager

Entwickelt wurde sie von Steffi Niedermayer, Doktorandin am Lehrstuhl von Prof. Steidle. Der Prototyp ist ein durchsichtiges Plastikgefäß, das Schwarzaugenbohnen enthält. „In den Bohnen nistet sich die Larve des Bohnenkäfers ein“, erklärt Steidle. „Auch auf diesen Larven legt die Lagererzwespe ihre Eier ab und vermehrt sich so in der Zuchtbox.“ Durch ein Sieb im Deckel verlassen die ausgewachsenen Jungtiere der Lagererzwespe dann die Zuchtbox und schwärmen ins Getreidelager aus. Über den Geruchssinn spüren sie die Kornkäferlarven auf und befallen sie. Mit der Zuchtbox sollen Landwirte künftig sechs bis sieben Monate lang ihre Ruhe vor dem Schädling haben.

Keine Gefahr für Menschen

Es sei nicht genau bekannt welchen Schaden der Kornkäfer Jahr für Jahr in ganz Deutschland anrichtet. „Betroffene Landwirte erleiden schnell einen Totalausfall, wenn sich der Schädling über ihre Getreideernte hermacht“, so Steidle.

Für ökologisch wirtschaftende Landwirte bleibt als biologisches Bekämpfungsmittel nur die Lagererzwespe. Diese durchsticht die Schale eines Weizenkorns mit ihrem Stachel, zapft die Larve des Kornkäfers an, die sich im Weizenkorn einnistet, und legt ihre Eier auf ihr ab. An den Folgen dieses Angriffs geht der Schädling zugrunde.

„Für Menschen ist die Lagererzwespe nicht gefährlich“, versichert Steidle. Auch das Ökosystem wird durch den winzigen Nützling nicht aus dem Gleichgewicht gebracht, da diese ohne Beute nicht weiter überleben können. (bhe)
 

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