RSS

16. März 2017, 16:30 Uhr Farbe bekennen

Dagmar Behme zur WLV-Offensive

Ein einziger Satz aus den eigenen Reihen hat Landwirte in ganz Deutschland aufgewühlt. Der Berufsstand habe durch die Art und Weise der landwirtschaftlichen Erzeugung dazu beigetragen, Boden, Wasser, Luft und Tiere sowie Elemente der Kulturlandschaft zu schädigen, heißt es in einem Ende November veröffentlichten Strategiepaper des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV). Mit diesem Eingeständnis wollte der Verband seine Offensive für mehr Nachhaltigkeit einläuten. Nach Monaten hitziger Debatte, die sich innerhalb des Landesverbandes und bundesweit meist an diesem einen Satz entzündete, ist WLV-Präsident Johannes Röring zwar bereit, der umstrittenen Aussage die Schärfe zu nehmen. Dessen ungeachtet bleibt er aber dabei, dass die westfälisch-lippischen Bauern dringenden Veränderungsbedarf haben.

Farbe bekennen müssen im Mai die 120 Delegierten, die im Landesverbandsausschuss des WLV die „Offensive Nachhaltigkeit“ mit Inhalt füllen sollen. Eine 34-köpfige Arbeitsgruppe, die alle WLV-Gremien repräsentiert, hat umfassende Vorarbeit geleistet und generelle Ziele für die Schweine-, Rinder- und Geflügelhaltung sowie den Pflanzenbau bis zum Jahr 2030 formuliert. Dazu gehören Forderungen nach mehr Tier- und Gewässerschutz oder vielfältigeren Fruchtfolgen. Jetzt muss der WLV konkrete Projekte definieren und nachvollziehbare Zwischenschritte für die kommenden Jahre festlegen, die dann von den 40.000 WLV-Mitgliedern zu befolgen sind. Der Verband will den Stand der Umsetzung der initiierten Projekte jährlich prüfen und in einem Nachhaltigkeitsbericht dokumentieren. An diesen Inhalten müssen sich Röring und seine Mitstreiter am Ende messen lassen. Absichtserklärungen reichen dann nicht mehr.

Röring meint es ernst. Er spricht davon, dass es eine schmerzliche Erkenntnis war, dass an mancher Kritik von außen mehr Substanz ist, als er und seine Kollegen es bisher wahrhaben wollten. „Wer ein Problem sieht, aber nichts zu dessen Lösung beiträgt, wird selbst zum Teil des Problems“, lautet für den WLV-Präsidenten die Konsequenz. Deswegen hat er sich vorgenommen, mehr Akzeptanz für landwirtschaftliches Handeln in der Gesellschaft zu erreichen. WLV-Vizepräsident Henner Braach sagt dazu: „Uns ist klar, dass die Glaubwürdigkeit unseres Ansatzes am Ende ganz entscheidend davon abhängen wird, inwieweit wir liefern.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.
 

Anmelden

Noch nicht registriert?

Sie sind (Probe-)Abonnent haben sich aber noch nicht für 'agrarzeitung | online' freigeschaltet? In diesem Fall registrieren Sie sich bitte neu, damit Sie das volle Aboangebot nutzen können.

Agrartechnik

Große Spritzen stoßen an Grenzen

Technik für Pflanzenschutz steht vor Veränderungen.
Landwirte können sich auf Neuheiten in der Pflanzenschutztechnik freuen. Zur Agritechnica gibt es Innovationen. Grundsätzlich steht die Technologie an einem Scheideweg.