Maisanbau | 15. Februar 2017, 15:13 Uhr Nährstoffbeize entlastet Düngebilanz

Die Agravis Raiffeisen AG und Raiffeisen Ems-Vechte eG bieten seit drei Jahren Maissorten mit der Nährstoffbeize „Trailer“ an.

Die Inhaltsstoffe der Beize – 9 Prozent Stickstoff, 15 Prozent Phosphor und 18 Prozent Zink – sollen die Nährstoffversorgung für das Jugendwachstum sichern. „Mit ‚Trailer‘ gebeizter Mais erhält eine Starthilfe, die die Basis für das gesamte Wachstum bildet – besonders unter kalten, schwierigen Bedingungen oder bei Trockenheit. Und das bei kleinsten Mengen“, äußern sich Werner Schmidt, Leiter des Bereichs- Saatgut der Agravis Raiffeisen AG, und Willi Funke, Geschäftsführer der Raiffeisen Ems-Vechte eG.

Acht Liter der Beize kämen auf 1.000 Kilogramm Saatgut, für Phosphor bedeute dies 50 Gramm pro Hektar. „Eine Menge, die aufgrund ihrer Geringfügigkeit nicht in die bevorstehende Novellierung der Düngeverordnung einfließt, aber diverse positive Auswirkungen hat“, so Funke. Versuche in den vergangenen zwei Jahren zeigten Ertragssteigerungen gegenüber herkömmlichem Saatgut. Im Stärke- und Energiegehalt seien es durchschnittlich jeweils 3,1 Prozent, in der Verdaulichkeit 1,8 Prozent. „Der Einsatz von Nährstoffbeizen kann nicht die mineralische Düngung ersetzen, aber gerade auf Flächen mit hohen P-Gehalten und daher begrenztem Einsatz von mineralischem Phosphor ist es eine optimale und hochwirksame Lösung“, ergänzt Schmidt. „Die Düngebilanz viehhaltender Betriebe vor allem in Nordwestdeutschland wird deutlich entlastet und der betriebseigene Wirtschaftsdünger kann besser verwertet werden.“

Der Maisanbau in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland, dem Arbeitsgebiet der Raiffeisen Ems-Vechte, liegt bei 50 Prozent der gesamten Ackerfläche und spielt damit eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft. Mittlerweile seien über 50 Prozent des von der Genossenschaft verkauften Maissaatgutes „Trailer“-Mais, Tendenz steigend, teilt die Agravis mit. Rückläufig sei dagegen der eingesetzte mineralische Dünger: „460.000 Kilogramm Phosphat haben unsere Kunden dadurch eingespart.“ Auch die Agravis verzeichnet eine steigende Nachfrage nach „Trailer“. „Wir bieten ein Standardprogramm an Maissorten mit ‚Trailer‘ an“, erklärt Werner Schmidt.

Das Saatgut könne gleichzeitig mit fungizider oder insektizider Beize bearbeitet werden. Die komplette Beizung erfolge in einem Beizgang und erfülle alle Vorgaben hinsichtlich der zulässigen Staubbelastung. Die Aussaat erfolge mit herkömmlichen Maislegegeräten. „Das Korn versorgen und schützen – dies wird die Lösung der Zukunft sein“, ist sich Schmidt sicher. (az)
 

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