Eurotier | 15. November 2016, 11:07 Uhr Soja ohne Gentechnik im Kommen

In Deutschland ist es zwar noch eine Nische, wächst aber stark. Im Süden forcieren ADM und Donau Soja das Geschäft mit gentechnikfreiem Soja – meist für die Milchbranche.

Dr. Thomas Schmidt von proteinmarkt.de

Dr. Thomas Schmidt von proteinmarkt.de

Foto: sp

In 10 Jahren könnte der Bedarf an gentechnikfreiem Soja in Deutschland zu 43 Prozent aus der Region rund um die Donau gedeckt werden. Das sagte Dirk Vollertsen, Geschäftsführer der Donau Soja Organisation, vor Journalisten am Dienstag während der Eurotier. Bis 2020 erwartet er eine Steigerung der europäischen Sojaproduktion um 65 Prozent auf 10,7 Mio. t. Zum Vergleich: 2015 wurden in Europa 6,6 Mio. t angebaut – seit 2012 ein Plus von 60 Prozent.

Die Donau Soja Organisation mit Sitz in Wien ist eine Initiative für gentechnikfreies Soja mit fünf Niederlassungen in Deutschland, Serbien, Rumänien, Ukraine und Moldawien. Während der Eurotier trat Donau Soja zusammen mit dem Infoportal proteinmarkt.de auf. Dort können Landwirte praktische Hilfestellungen zur Umstellung auf GVO-freie Rationen erhalten. Die Professoren Katrin Mahlkow-Nerge von der Fachhochschule Kiel und Gerhard Bellof von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf geben Tipps zur Umstellung und zum Fütterungsmanagement. Nach den Plänen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH), das Eigenmarkensortiment „Ohne Gentechnik“ auszuweiten, steige die Nachfrage vor allem im Frischmilchbereich, sagte Dr. Thomas Schmidt von proteinmarkt.de.

ADM will Werk im Süden ausbauen

Im Süden hat gerade der US-Konzern Archer Daniels Midland (ADM), einer der größten Ölsaatenverarbeiter weltweit, seine Ölmühle im bayerischen Straubing ausgeweitet. „Gentechnikfreies Soja ist bestimmt klein typisches US-Thema, aber es lohnt sich“, sagte Rene van der Poel, General Manager von ADM Straubing. „Wir sehen, dass der Markt wächst.“ ADM habe dort viel in neue Technologien investiert, erklärte van der Poel. Gerade prüfe das Unternehmen die Erweiterung um eine Sojaschälanlage, um den Proteingehalt des Sojas zu erhöhen. Derzeit liege er in Straubing bei 43,75 bis 44,5 Prozent. 2018 könnten die Pläne umgesetzt werden, stellte der Werksleiter in Aussicht.

Seit Anfang Oktober stellt ADM in Straubing Landwirten täglich Preise für die Neuernte 2017. „Die Preise müssen gut sein“, weiß van der Poel. „Wir müssen aber noch viel Überzeugungsarbeit bei den Landwirten leisten.“

Geflügelbranche ordert in Brasilien

Während van der Poel im Milchbereich bereits eine hohe Nachfrage nach gentechnikfreiem Soja feststellt, fehle bei Schweinehaltern und im Geflügelsektor noch die positive Resonanz. „Die Geflügelbranche in Norddeutschland bezieht ihr Nicht-GV-Soja weitgehend aus Brasilien“, so der ADM-Manager. (sp)
 

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