Mutterkorn

Mutterkorn ist eine Pilzinfektion durch den Mutterkornpilz (Claviceps purpurea) in den Ähren von Roggen und einigen anderen Getreidearten wie Triticale, Weizen, seltener auf Gerste oder Hafer und anderen Gräsern. Eine Infektion der Ähren ist durch die vom Mutterkornpilz gebildeten purpurfarbenen bis schwarzen Sklerotien, den Mutterkörnern, zu erkennen.

Die Bezeichnung Mutterkorn fußt auf der früheren Verwendung als Abtreibungsmittel, da die Inhaltsstoffe wehenauslösend sind. Im 17. Jahrhundert wurde die Droge in die Praxis von Heilern oder Badern eingeführt. Gemäß den Interventionsrichtlinien der EU gilt bislang ein Mutterkornanteil von 0,05 Prozent im Rohgetreide als übliche Grenze. Eine Neubewertung der Wirkung der Alkaloide im Mutterkorn durch das Bundesinstitut für Risikobewertung führt zu Diskussionen über niedrigere Werte.