Soja lockert Getreidefruchtfolgen. Nebenbei bricht die Pflanze Lebenszyklen von nervigen Schädlingen.

Der heimische Sojaanbau gelingt bekanntermaßen in warmen, südlichen Gefilden am besten. Die Pflanze gedeiht derzeit in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. Im Jahr 2017 hat der Sojaanbau in Deutschland mit 19.000 ha, davon sind rund 2.000 ha Öko-Anbau, einen historischen Höchststand erreicht, berichtete Jürgen Unsleber auf dem Forum Zukunft Pflanzenschutz im Rahmen der Agritechnica. Unsleber berät im bundesweiten Soja- Netzwerk, das vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird.

Die Leguminose gedeiht besonders gut auf Muschelkalkboden, Steine müssen eingewalzt werden, oder schweren Tonböden. Die Pflanze lockert Getreidefruchtfolgen auf, durchbricht den Lebenszyklus des Maiswurzelbohrers oder hilft bei zunehmender Resistenz gegen den Ackerfuchsschwanz. Für Weizen hat sie ohnehin einen hohen Vorfruchtwert, weniger wegen gebundenem Stickstoff in der Erde, sondern weil sie den Boden gut durchwurzelt und eine gute Struktur hinterlässt. Nitratgehalte im Herbst nach Soja sind gering, Grundwasserschutz sei gewährleistet, so Unselber.

Krankheitsdruck droht durch die Weißstängeligkeit, deren Erreger Sklerotinia einen Pilz hervorruft. Allerdings ist die Gefahr nur bei feucht-warmer Witterung akut. Neben Vogelfraß und hungrigen Feldhasen, taucht alle zehn Jahre der Distelfalter auf. Dieser sei aber leicht bekämpfbar, sowohl im konventionellen als auch ökologischen Anbau, so Unsleber.

In der Praxis habe sich gezeigt, dass das A & O ein ebenes Saatbett ist. Andernfalls drohten Ernteprobleme, wenn der Hülsenansatz zu tief liege. Außerdem empfiehlt Unselber unbedingt spätreife Sorten. Landwirte, die in nördlichen Regionen wirtschaften, sollten eher Erbse oder Ackerbohne anbauen, bevor sie zu frühreifen Sojabohnen griffen, die keinen Ertrag bringen. Außerdem müsse das Saatgut in jedem Falle mit arteigenen Rhizobien geimpft werden, sonst verliert der Landwirt viel Ertrag. Anders als bei Erbse, Ackerbohne, Klee und Lupine leben die zur Sojabohne passenden Knöllchenbakterien nicht natürlicherweise im Boden.

Zum Schluss weist Unsleber daraufhin, dass neben vielen kleinen Verarbeitern, auch Branchenriesen wie die ADM ihre Ölmühlen in Spyck und Straubing auf gentechnikfreie Verarbeitung von Schrot umgestellt habe. Er erwartet einen steigenden Wert als Marktfrucht.

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