Welche Chancen birgt die Automatisierung in der Hacktechnik? Hersteller versuchen dort nachzubessern, wo die mechanische Unkrautbekämpfung schwächelt. Dann offenbaren sich Vorteile gegenüber der chemischen Behandlung.

„Mechanisch ist Trumpf“, so lautet der Titel eines DLG-Forums, während der Agritechnica. Die Referenten aus den Landtechnik-Unternehmen John Deere, Schmotzer und APV, sind sich einig: Der globale Trend steuert auf eine mechanische Unkrautbekämpfung zu. Zum einen, weil Nachschub an chemischen Pflanzenschutzmitteln künftig rar werden könnte, zum anderen weil Resistenzen stark zunehmen. Besonders dramatisch sei die Situation bereits in Nordamerika. Hierzulande ist der schwierige Kampf gegen Ackerfuchsschwanz in vollem Gange. 

Bisher hatte die mechanische Unkrautbekämpfung mit der Hacke allerdings ihre Tücken: es mangelte an Produktivität, der Fahrer ermüdete aufgrund großer Belastung und die Pflanze erlitt Schäden. John Deere verspricht mithilfe eines automatischen Traktor-Hybrid Lenksystems, GPS und Kamera Abhilfe. Der Traktor fährt automatisch mit einer Geschwindigkeit, die Experten empfehlen 15 km/h, und hackt dabei. Wenn er Fahrgassen oder Bestandslücken erreicht, fährt er deutlich schneller. Der Fahrer schafft mehr Hektar. 

Auch das Urgestein der Hacktechnik, der Geschäftsführer der Maschinenfabrik Schmotzer, Ferdinand Wahl, nennt Zahlen, die für ein Umschwenken zur Hacktechnik sprechen. Er habe in den vergangenen zehn Jahren 60 Prozent des Umsatzes mit Technik zur mechanischen Unkrautbekämpfung gemacht. Mit seinem Vibromesser, dessen Patent kürzlich auslief, ließe sich durch erhöhte Fahrgeschwindigkeit die Schlagkraft erhöhen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bekämpfung sei eine saubere Messerführung und eine gewisse Tiefe. Anschließend wird der Landwirt belohnt: Besonders bei Rübe und Mais, Kulturen, deren Wachstum durch Chemieeinsatz im Jugendstadium gehemmt wird, würden aufgrund der Hacktechnik feine weit verzweigte Wurzeln ausgebildet, der Boden mineralisiert und belüftet.

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