Smart Farming

Große Hoffnung und viele Fragen

Landwirte ärgern sich über Lösungen die smart, aber nicht kompatibel sind. Der Hersteller haben das erkannt und schmieden Allianzen.
Steffen Bach
Landwirte ärgern sich über Lösungen die smart, aber nicht kompatibel sind. Der Hersteller haben das erkannt und schmieden Allianzen.

Smart Farming ist eines der großen Themen auf der Agritechnica. Was Landwirte erwarten und wo es noch klemmt, diskutierte die DLG im Forum Pflanzenbau.

„Smart Farming – was bringt das?“, diese Frage stellen sich viele Landwirte, meinte Klaus Erdle von der DLG zu Beginn der Diskussionsrunde in Halle 15. Um Licht ins Dunkel zu bringen, wurden im Rahmen des europäischen Projektes „Smart Akis“ Landwirte in sieben Ländern befragt, welche Wünsche und Erwartungen sie haben und welche Probleme und Hindernisse sie sehen.

Als smart angesehen werden alle Innovationen, die die Arbeit erleichtern, die den Einsatz von Betriebsmitteln reduzieren, die Erträge steigern und die Umweltbelastung senken, fassten Maria Kernecker und Friederike Borges, vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) die Ergebnisse zusammen. Landwirte, die bereits smarte Lösungen einsetzten, nennen GPS-gesteuerte Maschinen, Fahrgassensysteme und das variable Ausbringen von Dünger, Saatgut und Pflanzenschutzmitteln als positive Beispiele. Kritisiert werde, die nach wie vor fehlende Kompatibilität zwischen den verschiedenen Anbietern. Außerdem besteht in größeren Betrieben der Wunsch, die Daten für Managemententscheidungen besser auswerten zu können. Landwirte, die kleinere Flächen bewirtschaften, erhoffen sich dagegen eher Erleichterungen beim Nachweis der Cross Compliance-Forderungen.

Die erhoffte Zeitersparnis, zum Beispiel bei der Dokumentation, hat sich nach Meinung vieler Landwirte noch nicht in dem erhofften Umfang eingestellt. Farmmanagementsysteme werden in Zukunft dennoch an Bedeutung gewinnen, glaubt Philipp Bues, Berater der Landwirtschaftskammer Niedersachen. Aufgrund sinkender Preise seien diese Programme inzwischen auch für kleinere Betriebe erschwinglich.

Unbehagen bereitet vielen Landwirte nach wie vor das Thema Datenschutz. Teilnehmer der offenen Diskussion befürchteten, dass sich Verwaltungen Zugang zu den Daten verschaffen könnten und so ein „gläserner Landwirt“ entsteht. Ob sich diese Entwicklung aufhalten lässt, blieb offen. Klar aber sei, dass die größere Transparenz von der honoriert werden müsste, meinte ein Teilnehmer.
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