Zukunftsblick

Ukraine mit reichlich Potenzial

Der Agrarsektor des Landes macht bemerkenswerte Fortschritte. Gleichzeitig werden wichtige Reformvorhaben ausgebremst. 

Im Rahmen der Umsetzung des EU-Ukraine-Assoziierungsabkommens hat die ukrainische Regierung bereits Fortschritte erreicht, auch im Agrarsektor. Die Pflanzenproduktion entwickelte sich in den vergangenen Jahren stabil. Das Land ist zu einem führenden Exporteur von Agrarrohstoffen aufgestiegen, lautete die Einschätzung am Dienstag auf der Diskussionsveranstaltung „Potenziale in der Landwirtschaft der Ukraine – Visionen der ukrainischen Agrarwirtschaft“ während der Agritechnica.

So erreichte das Exportvolumen der Agrar- und Ernährungswirtschaft des Landes in den ersten fünf Monaten 2017 einen Wert von 7,5 Mrd. US-$. Exportiert werden vor allem Getreide, Sonnenblumenöl, Mais, Soja, Zucker sowie Geflügel. Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesagrarministerium (BMEL), betonte in Hannover vor allem die Getreideproduktion, die sich in den zurückliegenden sieben bis acht Jahren verdoppelt habe. Gemessen an den bereits erreichten 60 Mio. t hält er die in Zukunft anvisierten 100 Mio. t für realistisch.  

Wichtige Reformvorhaben stehen für die Ukraine jedoch weiter auf der Agenda. Schwerpunktthemen liegen unter anderem in der Entwicklung eines transparenten Bodenmarkts, in der Schaffung effektiver Verwaltungsstrukturen sowie in der Einführung von EU-Qualitäts- und Sicherheitsstandards. „Langfristige, verlässliche Rahmenbedingungen in diesen und anderen Schlüsselsektoren der Agrarpolitik fördern Investitionen und tragen zur weiteren Entwicklung des internationalen Handels bei“, ist Dr. Volker Sasse überzeugt, der das Projekt „Deutsch-Ukrainischer Agrarpolitischer Dialog“ leitet.

Für Bleser hat vor allem die Reform des Bodenmarkts in der Ukraine große Bedeutung. „Eigentum ist der wichtigste Motor für Unternehmen, sich dauerhaft zu engagieren in einem Sektor“, sagte Bleser in Hannover. Dabei gelte es, den Landerwerb insbesondere für kleine und mittelständische Betriebe zu regeln. Deutschland werde die Ukraine bei den Reformschritten weiterhin begleiten.    

 

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