Arbeitsleben

Arbeitnehmerbindung ist das A und O

Wie gute Mitarbeiterpflege geht erklären RWZ-Personalreferentin Vanessa Funken (l.) und Fodjan-Geschäftsführer Carsten Gieseler (r.), auf dem Karrieretalk der agrarzeitung mit Redakteurin Katja Bongardt (m.).
SB
Wie gute Mitarbeiterpflege geht erklären RWZ-Personalreferentin Vanessa Funken (l.) und Fodjan-Geschäftsführer Carsten Gieseler (r.), auf dem Karrieretalk der agrarzeitung mit Redakteurin Katja Bongardt (m.).

Für Unternehmen in der Agrarbranche wird es neben Recruiting von neuen Arbeitskräften zunehmend wichtig, ihr Personal langfristig zu binden. Zwei Firmen beziehen Stellung zu möglichen Maßnahmen.

Personalreferentin Vanessa Funken, Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main, berichtete während einer Podiumsdiskussion der agrarzeitung mit dem Titel „Arbeitsvertrag unterschrieben. Und nun? So lassen sich mindestens 40 Jahre Arbeitsleben gestalten.“ von der Herausforderung junge, gut eingearbeitete Mitarbeiter zu halten. Hintergrund einer Kündigung sind ganz allgemein häufig entweder das Umfeld oder die Tätigkeit. Damit sich die Mitarbeiter sowohl bei der RWZ als auch in anderen Firmen wohl fühlen, sind sinnvolle Strategien zur Mitarbeiterbindung gefragt. Die Zeiten, in denen sich Firmen aus dem Agribusiness vor neuen Bewerbern kaum retten konnten, sind vorbei.

Wie hält man also gute Mitarbeiter im Team? Moderatorin Katja Bongardt, Redakteurin bei der agrarzeitung (az), hatte sich im DLG-Forum Campus & Career, das im Rahmen der Messe Eurotier in Hannover, stattfand, etwas einfallen lassen. Sie nannte sechs Instrumente, die die Mitarbeiterbindung erhöhen sollen. Sowohl Carsten Gieseler, Geschäftsführer der Software-Firma Fodjan, als auch Vanessa Funken ordneten ein, ob sie das jeweilige Instrument für wichtig oder vernachlässigbar halten.

„Wie steht es um eine Gehaltserhöhung?“, begann Bongardt. Beide entgegnen dies sei vernachlässigbar. „Geld motiviert nie“, meinte Gieseler, „höchstens 14 Tage“. Darüber hinaus hält er es nicht für zielführend einen Mitarbeiter mit einem hohen Gehalt an ein Unternehmen zu fesseln. Dieser führe zwangsläufig einen höheren Lebensstandard und die Hemmschwelle das Unternehmen zu verlassen, obwohl die Zusammenarbeit nicht gut gelingt, sei viel größer. Wichtiger ist es dem Gründer eines Start-ups, das Software für die Futtermittelindustrie entwickelt, andere Dinge mit Mühe und Liebe zu gestalten. Seine Mitarbeiter erhalten Getränke und Obst für umsonst. Der für ein Start-up obligatorische Kicker-Tisch kommt obendrauf. Außerdem arbeite man bei ihm in Loft-Atmosphäre. „Mehr als genug Geld“ zahle er trotzdem, stellte er schmunzelnd klar.

„Brauchen Mitarbeiter klare Zielvorgaben?“, wollte Bongardt von den Firmenvertretern wissen. „Ja“, entgegneten Funken und Gieseler, aber nicht in Befehlsmanier ohne Handlungsspielraum. Funken betonte, dafür einen angemessenen Zeitrahmen zu setzen. Gieseler sagte: „Mach, dass die Wand schön wird“, ließe viel mehr Handlungsspielraum als ein Befehl wie „Morgen ist die Wand blau.“. Trotzdem habe man eine klare Ansage gemacht, die den Mitarbeiter leitet. „Und wie steht es um ein institutionalisiertes Mitarbeitergespräch bei dem der Chef bewertet wird?“, wollte Bongardt wissen. „Das ist wichtig. Wir machen das.“, sagte Gieseler. Auch Funken findet es wichtig. Allerdings gibt es dieses Angebot bisher nicht bei der RWZ.


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