Vor allem bei jungen Leuten beliebt: Die Foren von Campus & Career.
DLG
Vor allem bei jungen Leuten beliebt: Die Foren von Campus & Career.

Nicht jeder stolpert die Karriereleiter hoch. Das ist auch gar nicht schlimm. Wertvolle Orientierung liefern die Karrieretalks im Forum Campus & Career.

Aller Anfang ist schwer! Das gilt sowohl für Berufseinsteiger als auch für diejenigen, die ihren Weg noch suchen. Auf dem Forum Campus & Career in Halle 26 werden viele interessante Karriere-Themen angesprochen. Dort diskutiert beispielsweise Joachim Zwank, Firma Agrobrain, mit seinen Gästen über das zentrale Element einer erfolgreichen Karriere: Authenzität. Man müsse lieben, was man tut. Und viel wichtiger, wenn dies nicht der Fall sei, sei eine Umorientierung - ob Studienabbruch oder Jobwechsel - kein Vergehen, sondern goldrichtig. Stefan Cramm, Landwirt aus Einbeck und Vorsitzender der Jungen DLG, ist es wichtig, etwas selbst zu gestalten, deshalb liebt er seine Branche. Jeanine Baum, Rottmann Group, Region Rheinland-Pfalz, arbeitet im Vertrieb eines Futtermittelherstellers und war anfangs besorgt, ob es in diesem Bereich nur darum geht, dass die Zahlen stimmten. Aber sie hat Spaß in ihrem Team und rät denjenigen, denen es nicht so geht, zu vertrauen, dass es nach einem Jobwechsel durchaus besser sein kann. 

Unternehmen bevorzugen bekannte Kandidaten

Wie der Einstieg in die Tierernährungsbranche gelingen kann, zeigt darüber hinaus eine Veranstaltung des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT). Matthias Fortmann, Personalleiter beim Futtermittelproduzenten Bröring erläutert, Voraussetzung dafür sei eine landwirtschaftliche Ausbildung oder ein Agrarstudium. Aber auch der Quereinstieg ist eine Option. „Wer den landwirtschaftlichen Background nicht mitbringt, muss eben mehr Gas geben“, sagte Fortmann. Am besten gelinge der Einstieg bei Bröring, wenn man „bereits bekannt ist“, sprich über ein Praktikum oder eine Bachelorarbeit. Zwischen einem Bachelor- und Masterabsolventen macht das Unternehmen übrigens keinen Unterschied. „Jeder müsse in gleicher Weise angelernt werden.“ 

Mehr Flexibilität gefordert

Anne Möddel, Technical Sales Manager bei Dr. Eckel, dem Spezialisten für Futterzusatzstoffe, spricht auf einem weiteren Forum über Perspektiven in der Tiernahrungsbranche. Für Möddel sind Alternativen zum Antibiotikaeinsatz die Zukunft. Die junge Frau ist in ihrem Job viel unterwegs, in Ägypten, den USA und Abu Dhabi. Mit Reisen ins Ausland verbringt sie rund 40 Prozent ihrer Arbeitszeit. Das wollte Möddel, die sich um Aquakultur, Wiederkäuer und Schwein kümmert so. „Ich wollte eine internationale, selbstverantwortliche Position.“ Die zuhörenden Agrarstudenten interessierte ob auch kurzzeitige Praktika angeböten würden. Schließlich hätten viele auch in den Semesterferien zu tun. "Aber ja", antwortet Fortmann, sogar eine oder zwei Wochen seien machbar, um etwas in die Firma hinein zu schnuppern. Aus dem Publikum kommt die Empfehlung, für praktische Einblicke in die Unternehmenslandschaft die letzten zwei Vorlesungswochen vor Weihnachten sausen zu lassen. Prof. Regina Birner, Agrar-und Sozialökonomin an der Universität Hohenheim, schlägt vor, das Studium wieder flexibler gestalten, damit die jungen Leute die allseits beschriebene wichtige praktische Erfahrung überhaupt guten Gewissens sammeln könnten.

 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats