Erneuerbare Energien

Branche fordert Vorfahrt für Biogas


Zunehmend fragen sich Betreiber von Biogasanlagen: Aufhören oder Weitermachen? Für die Pioniere laufen bald die festen Vergütungen aus. Der Fachverband Biogas fordert ein klares politisches Bekenntnis.

Ab 2021 endet jährlich für Hunderte von Biogasanlagen die feste Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Denn das EEG hat nur von 2000 bis 2016 einen festen Strompreis für die Dauer von jeweils 20 Jahren gesichert. Seit der Novelle 2017 ist stattdessen das Ausschreibungsverfahren für die Vergütungen eingeführt worden. So stehen zunehmend die Betreiber vor der Frage, ob sie nach Auslaufen der festen Vergütungen ihre Anlagen in Zukunft weiterbetreiben wollen.
„Das nächste Jahr wird sowohl für die Biogasbranche als auch für die gesamte Entwicklung der Erneuerbaren Energien ein Schicksalsjahr.“
Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas, 
„Die meisten unserer Mitglieder möchten ihre Anlage auch über diesen Zeitraum hinaus betreiben“, sagt Horst Seide, Präsident des Fachverband Biogas. Dazu wären allerdings umfangreiche Investitionen an der Biogasanlage nötig. Diese würden die meisten Akteure aber nur tätigen, wenn aus Berlin klare Signale pro Biogas kämen und eine wirtschaftliche Perspektive erkennbar wäre. „Das nächste Jahr wird sowohl für die Biogasbranche als auch für die gesamte Entwicklung der Erneuerbaren Energien ein Schicksalsjahr“, prophezeite Seide am Dienstag während einer Pressekonferenz auf den Messen Eurotier/Energy Decentral in Hannover.

Ganz wichtig ist für Seide, welche Entscheidungen zur Umsetzung des Klimaschutzes fallen. Denn nur wenn die Bundesregierung schnell einen Ausstieg aus den Kohlekraftwerken beschließe, so der Verbandspräsident, bestünde für die Betreiber der Biogasanlagen ein ausreichender Anreiz, in ihre Anlagen zu investieren. Dazu sei es auch erforderlich, über das Jahr 2022 hinaus ausreichende Mengen für Bioenergie auszuschreiben. Dann wären die Anlagenbetreiber auch bereit, neue Wege in die Zukunft zu gehen und vor allem in Blockheizkraftwerke (BHKW) zu investieren, mit denen die Erzeugung von Biogas flexibel auf die schwankende Produktion von Solar- und Windstrom ausgerichtet werden kann.

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