Stall der Zukunft

Modelle mit Stroh und Ringelschwanz


Mehr Platz und Stroh sind zwei Merkmale der neuen Stallkonzepte.
Steffen Bach
Mehr Platz und Stroh sind zwei Merkmale der neuen Stallkonzepte.

Beim Forum Schwein der DLG steht in Halle 16 das Thema Tierwohl in Mittelpunkt. Das Interesse der Besucher an neuen Stallkonzepten ist groß.

Die Vitrinen mit Modellen von Schweineställen neben der Bühne des Forums Schwein sind am ersten Tag der Eurotier von Besuchern umlagert. Bernhard Feller stellt sich den Fragen der Gäste aus dem In und Ausland, die sich für die neuen Stallsysteme interessierten. Der Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gehört zu einem Team von Experten der Kammern, Landesanstalten und Landesämtern, die geduldig die Fragen der Praktiker beantworten. Die Modelle sind das Ergebnis des Projektes „Gesamtbetriebliches Haltungskonzept Schwein“, in dem 20 Planungsbeispiele für eine zukunftsfähige Schweinhaltung  erarbeitet wurden.

Die Experten der Kammern und Landesanstalten sind gefragte Gesprächspartner.
Steffen Bach
Die Experten der Kammern und Landesanstalten sind gefragte Gesprächspartner.

Am Verhalten der Schweine orientieren

Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie Lösungen gefunden werden können, die die Themen Tierwohl, Fütterung, Immissionsschutz und Ökonomie gemeinsam betrachten. Ausgangspunk für die Planungen sind die Verhaltensweisen des Schweins, erläutert Hansjörg Schrade, Leiter des Bildungszentrums Boxberg. Gemeinsam haben alle Systeme, dass sie den Tieren deutlich mehr Platz als bisher und unterschiedliche Funktionsbereiche bieten. Ein Teil der Buchten ist mit Stroh eingestreut. Andere Flächen sind mal mehr mal weniger stark perforiert. Der Großteil der Ställe bietet Außenklimareize, einige sich aber auch geschlossene Gebäude mit Zwangsbelüftung.

Besucher suchen Lösungen für ihre Betriebe

Das Interesse der Landwirte ist groß. Einige Besucher wollen sich nur einen erste Eindruck verschaffen, andere haben schon recht klare  Vorstellungen davon, wie sie ihren Betrieb umgestalten wollen und suchen Antworten auf konkrete Fragen. Diese Antworten kann man auch in Form einer 116 Seiten starken Broschüre mit nach Hause nehmen. Darin sind die verschiedenen Stallkonzepte dargestellt. Außerdem werden die grundsätzlichen Herausforderungen an die Gestaltung der Ställe für die Schweinemast beschrieben. 

Konzepte in der Praxis testen

Für die Experten ist klar, dass mit dem Projekt nur ein erster Schritt gemacht wurde. Nun müssten die Konzepte in der Praxis auf ihre Tauglichkeit untersucht werden. Notwendig sei zudem, dass die genehmigungsrechtlichen Fragen geklärt werden. "Klar ist, dass die Produktion im Stall der Zukunft teurer wird", stellt Andreas Sandhäger, Direktor des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen fest. Das bedeute, dass auch das Fleisch der Zukunft teurer werde.

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