Weidehaltung

Zaunbauer: Keine Lösung für den Wolf

Horizont hat Netze zur Wolfsabwehr im Programm.
kbo
Horizont hat Netze zur Wolfsabwehr im Programm.

Die meisten Nutztiere stehen im Stall. Das sind eigentlich schlechte Nachrichten für die Horizont Group. Dennoch sieht der Zaunbauer viele neue Herausforderungen für seine Branche.

„Die meisten Nutztiere stehen unter dem Dach. Das müsste eigentlich dazu führen, dass die Probleme mit entlaufenen Tieren weniger werden“, sagt Dieter Hake, Geschäftsführer der Horizont Group Gmbh aus Korbach in Hessen. Doch die Schadenshöhe steigt. Das hätten Gespräche mit Versicherern und Gutachtern ergeben.

Für diese Annahme sprechen zwei generelle Trends: die Rückkehr des Wolfes und der Wunsch der Verbraucher nach Weidemilch. Das hat zur Folge, dass die Tiere wieder nach draußen sollen. Rund 2000 Wölfe soll es in Deutschland geben und Hake ist sich sicher: „Weidehaltung und Wolf – das klappt nicht“. Die Tiere brechen aus, sobald ein Wolf in der Nähe ist.
Das Unternehmen hat Wolfsnetze im Programm, die die Beutegreifer von Schaf und Rind abhalten sollen. Für die Tierhalter ist das eine Kosten- und Nutzenabwägung. Wenn die Zäune zur Wolfsabwehr hoch genug sein sollen, sind sie kaum noch bezahlbar. 

Gemeinsamer Ansatz zum Wolfsmanagement fehlt

In drei Forschungsprojekten sucht das Unternehmen nach Lösungen zur Wolfsabwehr. Dass sich diese Suche nicht so einfach gestaltet, liegt zum einen daran, dass das Thema höchst emotional besetzt ist. Hinzu kommen strukturelle Schwierigkeiten. „Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen“, sagt Hake. „Auch wenn sich die Landschaften in Deutschland – vom Deich bis zum weitläufigen Grünland – sehr unterschieden, wäre es immerhin schon ein Schritt in die richtige Richtung, wenn sich mehrere Bundesländer gemeinsam auf zwei, drei Ansätze verständigen könnten“, kritisiert er.

Auch seien Zäune trotz des technischen Fortschritts wie Apps, die die Spannung messen, generell nicht sicherer geworden. So einige seien in keinem guten Zustand. „Wir verlassen uns darauf, dass das schon gut geht“, lautet Hakes weiterer Kritikpunk. 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats