Bio-Rübe

Zuckerkonzerne werben um Ökobauern


Treffpunkt Öko Rübe
Foto: DLG
Treffpunkt Öko Rübe

Der Einstieg in den Bio-Rübenanbau hat Potenzial. Wenn nur das Hacken nicht wäre.

Ordentlich die Werbetrommel für den Biorübenanbau rühren die Konzerne Nord- und Südzucker. Einer nennt auf den DLG-Feldtagen auch schon Preise. Die Nachfrage nach Biozucker scheint vorhanden zu sein. Einer Präsentation Thilo Hankemeyers zufolge, der bei der Nordzucker den Bereich Öko-Zuckerrüben betreut, ist die Marktsituation sehr gut. Der Gesamtbedarf liege bei rund 150.000 t in Deutschland. Etwa 90 Prozent davon würden vor allem als Bio-Rohrzucker importiert. „Es gibt eine Nachfrage nach heimischem Bio-Zucker“, sagt Hankemeyer. Nordzucker hat in diesem Jahr rund 50 Bio-Anbauer unter Vertrag. Das Hauptanbaugebiet liegt hauptsächlich im Wendland, im Raum Göttingen und bei Hameln. Bis zu einem Umkreis von 300 km um das Werk Schladen, das den Biozucker produziert, wird die Hackfrucht frachtfrei geholt. Auch Umstellungsware wird angenommen, allerdings nicht zum Biorübenpreis, zu dem sich die Nordzucker AG im Übrigen auf den Feldtagen nicht öffentlich äußern will.

Das sieht bei dem Mitbewerber Südzucker schon ganz anders aus. Am Bio-Rübenstand der Südzucker liegen Zettel aus, die den Biorübenbauern einen Preis von 115 €/t netto versprechen. Umstellungsbetriebe erhalten bei der Südzucker AG auch bereits den vollen Öko-Preis.

60 t/ha sind erreichbar

Rechnet man die Konditionen mit dem erwarteten Ertrag hoch, der laut Hankemeyer im Schnitt bei 60 t/ha liegen kann, erscheint eine Umstellung auf Bio lohnenswert. Zurück auf den Boden der Tatsachen führt der Erfahrungsbericht von Jonas Schulze Niehoff, der 30 km nördlich von Bernburg in diesem Jahr 32 ha Bio-Zuckerrüben anbaut. Denn die Unkrautregulierung ist im Biobereich aufwändig und teuer. Schulze Niehoff fährt fünf Mal mit der Maschinenhacke über das Feld und benötigt zusätzlich noch einmal auf 100 Handhackstunden/ha, um das Feld sauber zu halten.

Bei maximal 150 Stunden/ha sei die Grenze der Rentabilität erreicht, erklärt der Bio-Anbauberater Markus Mücke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Mit der Handhacke steht und fällt die Rentabilität der Ökorübenanbaus“, so sein Fazit. Hinter den Messeständen im Ökobereich steht der Feldroboter Dino, der die Handarbeit autonom erledigen kann. Bei einem Anschaffungswert ab 95.000 € sollte man hier aber noch von einer Pioniertechnologie im Rübenanbau sprechen.

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