DLG-Feldtage

Aeikens verteidigt Entscheidung zu Glyphosat und Neonics

Das Verbot von Neonicotinoiden in Zuckerrüben und der Wirkstoff Glyphosat bewegen immer noch die Gemüter. Das Bundesagrarministerium (BMEL) entscheidet immer "wissenschaftsbasiert", egal ob es den Landwirten gefällt oder nicht, lautet die Position des Ministeriums.

Die DLG-Feldtage in Bernburg stehen in diesem Jahr stellvertretend für die Trockenheit, die große Ernteausfälle im Osten und Norden bringen wird. Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) spricht am Begrüßungsabend im Kurhaus in Bernburg vom Epizentrum auf den besten Schwarzerdeböden in der Magdeburger Börde. Dieses Jahr zeigten sich die Probleme des Feldtage-Standortes mit der Frühjahrstrockenheit besonders deutlich, obwohl die Böden doch so gut das Wasser halten können. Doch fehlten auch im Winter die Niederschläge.

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat in ihren zehn Thesen zur Zukunft der Landwirtschaft auf die notwendige Veränderung der Pflanzenproduktion hingewiesen. Der Verlust von wichtigen Wirkstoffen und Biodiversität sowie die Nährstoffeinträge in Gewässer - die Liste, mit denen die Bauern zu kämpfen haben ist lang und werde lautstark in der Gesellschaft diskutiert. „Hier sind wir als Landwirte häufig überfordert“, so der DLG-Präsident am Begrüßungsabend der DLG-Feldtage in Bernburg. Eine Abwehrhaltung sei jetzt das Falsche. Die Branche müsse sich mit den Anforderungen der Gesellschaft an die landwirtschaftliche Produktion beschäftigen. In den DLG-Ausschüssen würden derzeit die zehn Thesen in die Praxis umgesetzt. Ob der Verzicht auf ein einzelnes Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat ein gesellschaftliches Ziel sein und im Koalitionsvertrag herausgehoben werden müsse, stellt der DLG-Präsident in Frage. Seiner Ansicht nach müsse vielmehr die Produktion gesunder Lebensmittel ein übergeordnetes Ziel sein.

In seinem Grußwort verteidigte Hermann Onko Aeikens (CDU), Staatssekretär im Bundesagrarministerium (BMEL), das Verbot von drei Neonicotinoiden für Zuckerrüben in der EU in Bernburg. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) habe keine sichere Anwendung der Wirkstoffe in gesehen. Deutschland hätte deshalb den Empfehlungen der EU-Kommission, "Neonics" in Zuckerrüben zu verbieten,  zugestimmt. Wir haben „wissenschaftsbasiert entschieden, wie Ende des Jahres auch bei der Verlängerung von Glyphosat. Damals gab es Beifall", sagte Aeikens. "Wir können nicht einmal sagen, wir entscheiden wissenschaftsbasiert, wenn es uns gefällt, und entscheiden nicht nach dieser Devise, wenn uns die Ergebnisse nicht gefallen. So können wir keine Politik machen", warb  Aeikens vor Ausstellern und Gästen der DLG-Feldtage in Bernburg um Verständnis.

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