Wilhelm-Rimpau-Preis

Nachwuchsforscher im Pflanzenbau ausgezeichnet


DLG-Präsident Hubertus Paetow (2. Reihe, l.) überreichte die Preise im Beisein von Landwirtschaftsministerin Prof. Claudia Dalbert; Magdeburg ( 1. Reihe, l.) und den Sponsoren des Wilhelm-Rimpau-Preises.
Foto: DLG
DLG-Präsident Hubertus Paetow (2. Reihe, l.) überreichte die Preise im Beisein von Landwirtschaftsministerin Prof. Claudia Dalbert; Magdeburg ( 1. Reihe, l.) und den Sponsoren des Wilhelm-Rimpau-Preises.

Von Herbizidresistenz bei Ackerfuchsschwanz über Esca-Krankheit bis Pflanzenschutz im Raps: Drei innovative und praxisnahe Arbeiten in der Pflanzenproduktion hat die DLG während der Feldtage in Bernburg mit dem Wilhelm-Rimpau-Preise ausgezeichnet. 

Die Preisträger sind: 

• Setareh Jamali Jaghdani von der Georg-August-Universität Göttingen
• Johanna Mertes von der Hochschule Geisenheim und
• Linda Hahn, Fachhochschule Südwestfalen, Soest

Eine unabhängige Jury wählte aus den 14 eingereichten Arbeiten drei besonders herausragende aus. Der mit 2.000 Euro dotierte erste Preis geht an Frau Setareh Jamali Jaghdani für ihre Masterarbeit zu der sehr aktuellen und praxisrelevanten Frage der Entstehung von Herbizidresistenz in Populationen von Ackerfuchsschwanz und Weidelgras gegenüber ALS- und ACCase-Hemmern. Alopecurus myosuroides und Lolium spp. sind fremdbestäubende Arten, die weltweit als lästige Unkräuter bekannt sind. In Europa sind sie häufig in westlichen Regionen anzutreffen. Die Samenproben für die Untersuchungen stammten aus der Beschwerdeüberwachungstätigkeit der Bayer AG, in deren Laboren die aus dem Iran stammende Preisträgerin ihre Arbeiten auch durchgeführt hatte. Die Arbeit wurde unter der Betreuung von Prof. Dr. Andreas von Tiedemann am Department für Naturpflanzenwissenschaften, Abteilung für Phytopathologie und Pflanzenschutz, der Georg-August-Universität Göttingen verfasst.
Diese Arbeit besticht durch ihre hohe wissenschaftlich-inhaltliche und formale Qualität und gehört zu den besten Arbeiten der letzten Jahre in der Abteilung für Phytopathologie und Pflanzenschutz, heißt es in der Jurybegründung.  


Der mit 1.500 Euro dotierte zweite Preis geht an Johanna Mertes von der Hochschule Geisenheim. Im Rahmen ihre Bachelor-Arbeit hat sich Johanna Mertes mit der Esca-Krankheit der Weinrebe befasst. Diese Tracheomykose ist im Mittelmeerraum schon lange bekannt, breitet sich aber auch in unseren Breiten aus und verursacht große Schäden in der Weinwirtschaft. Bisher steht keine Strategie zur nachhaltigen Eindämmung zur Verfügung. Als besonders gefährlich werden Sekundärinfektionen angesehen, die über Schnittwunden im Weinberg erfolgen. Ziel der Bachelor-Arbeit war es, zu untersuchen, wie gut und wie lange eine neue Prüfsubstanz in der Lage ist, Freilandreben vor Sekundärinfektionen durch Esca-Erreger zu schützen. In Zusammenarbeit mit dem Hersteller des Prüfmittels (BASF SE) wurden frische Schnittwunden an Vorjahrestrieben behandelt und untersucht. Die Arbeit wurde am Institut für Phytomedizin der Hochschule Geisenheim unter der Betreuung von Frau Prof. Dr. Beate Berkelmann-Löhnertz verfasst. 

Mit dieser Arbeit hat Johanna Mertes vielfältige Grundlagen für weitere wichtige Untersuchungen im Bereich der Esca-Forschung gelegt, so die Jurybegründung.

Linda Hahn aus Soest erhielt für ihre Masterarbeit den mit 1.000 Euro dotierten dritten Preis. Die Preisträgerin hat im Rahmen ihres Studiums am Fachbereich Agrarwirtschaft, Fachgebiet Pflanzenschutz, der Fachhochschule Südwestfalen in Soest das Spannungsfeld Pflanzenschutz und Bienenschutz betrachtet. Die sogenannte Droplegdüse bietet hier Ansätze zu einer bienenschonenden Applikation während der Vollblüte des Rapses an. Forschungsergebnisse, wie die von Linda Hahn, die zu einer Einführung der Droplegdüse beitragen können, leisten hier einen wertvollen Beitrag. Neben der gestellten Versuchsfrage entwickelte die Preisträgerin im Rahmen ihrer Masterarbeit sehr selbständig, innovativ und erfolgreich auch verschiedene methodische Versuchsansätze. Anhand der vorliegenden Ergebnisse ist die bienenschonende Dropleg-Technik in ihrer Bekämpfungsleistung auf einem Niveau mit der bisher durchgeführten Überkopfbehandlung einzuordnen. Die Versuchsergebnisse wurden in der Zeitschrift Raps veröffentlicht. Eine weitere Veröffentlichung ist auf der Pflanzenschutztagung in Hohenheim im September 2018 geplant. Betreut wurde die Arbeit von Prof . Dr. agr. Verena Haberlah -Korr und Prof. Dr . Bernhard C. Schäfer.

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