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Laut EFSA ist der Futtermittelzusatz für Tiere, die für die Fleischerzeugung gezüchtet werden, sicher. Keine Schlussfolgerungen konnten hingegen für Verbraucher und die Umwelt gezogen werden.

  Die Zulassung für den Futtermittelzusatzstoff wurde 2017 für alle Tierarten ausgesetzt, da unter anderem für das Vorhandensein von der Verunreinigung mit p-Phenetidin keine ausreichenden Daten vorlagen. p-Phenetidin ist eine Verunreinigung, die nach dem Herstellungsprozess im Zusatzstoff verbleibt und ein mögliches Mutagen darstellt. In der jüngsten EFSA-Bewertung schließen die Sachverständigen des zuständigen EFSA-Gremiums Risiken für Tiere mit langer Lebenserwartung und für Tiere, die zu Fortpflanzungszwecken gehalten werden, nicht aus, teilt die EFSA mit.

Im Gegensatz dazu gilt der Zusatzstoff für Tiere, die zur Fleischerzeugung gezüchtet werden, wie Hühner, Schweine, Rinder, Kaninchen und Fische, als sicher. Da keine Rückstandsdaten in Milch vorliegen, konnte das Gremium keine Schlussfolgerungen zur Sicherheit des Additivs bei der Verwendung in Futtermitteln für milchgebende Tiere ziehen. Mit Blick auf Risiken für Verbraucher kamen die Experten ebenfalls zu keiner Schlussfolgerung, da keine Daten über das Vorhandensein von p-Phenetidin in Geweben und Lebensmitteln tierischen Ursprungs vorliegen.
Hintergrund
Ethoxyquin war in der EU aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften bis 2017 als Futtermittelzusatzstoff für alle Tierarten und -kategorien zugelassen. Außerdem wurde es verwendet, um die Selbstentzündung von Fischmehl während des Seetransports zu verhindern. Im Juni 2017 setzte die Europäische Kommission die Zulassung von Ethoxyquin als Futtermittelzusatzstoff für alle Tierarten aus. Die Aussetzung erfolgte im Anschluss an ein 2015 veröffentlichtes EFSA-Gutachten, in dem die Sachverständigen aufgrund eines allgemeinen Mangels an Daten und des Vorhandenseins von p-Phenetidin keine Schlussfolgerungen zur Sicherheit des Zusatzstoffs ziehen konnten.


Die Sachverständigen konnten ebenfalls keine Schlussfolgerungen über die Sicherheit von Ethoxyquin für terrestrische und aquatische Ökosysteme ziehen, wenn der Zusatzstoff bei Landtieren verwendet wird. Ein Kontaminationsrisiko über die aquatische Nahrungskette könne nicht ausgeschlossen werden, ebenso wenig wie ein Risiko für Organismen, die in Meeressedimenten leben und Ethoxyquin ausgesetzt sind, wenn es im Rahmen der Aquakultur in Meereskäfigen verwendet wird. Das Gremium wies ferner darauf hin, dass die Exposition der Anwender durch Inhalation aufgrund des Vorhandenseins dieser Verunreinigung im Zusatzstoff minimiert werden muss.

Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten werden nun das Gutachten der EFSA bei der Überprüfung der Aussetzung der Zulassung des Zusatzstoffs berücksichtigen, heißt es abschließend.

Den vollständigen Berichten finden Sie unter:
 Safety and efficacy of a feed additive consisting of ethoxyquin (6-ethoxy-1,2-dihydro-2,2,4-trimethylquinoline) for all animal species (FEFANA asbl)
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