FeedMagazine
Ausgabe 9-10/2017

Jubiläumsausgabe

» „Toasten“ von Sojabohnen verzichtbar?
Protease-Zusatz beseitigt antinutritive Faktoren nicht ausreichend

Sojabohnen und deren Verarbeitungsprodukte stellen nach wie vor trotz zahlreicher Bemühungen von Wissenschaft und Praxis um alternative Proteinquellen immer noch eine wesentliche Proteinquelle im Futter von Masthähnchen dar. Relativ hohe Proteingehalte bei, abgesehen von Methionin und Cystein, recht günstigem Aminosäuremuster sprechen dafür.

» Auswirkungen von Phosphaten auf die Faserfermentation
Die richtige Wahl der Phosphorquelle erlaubt eine optimale Pansenproduktivität

Phosphor (P) stellt ein essenzielles Element für Tiere dar, da es eine wichtige Rolle für strukturelle Funktionen und im Stoffwechsel spielt. Bei Wiederkäuern wird P auch von den Pansenbakterien genutzt, die für ihre Fermentationsprozesse mehr als das Doppelte des P-Erhaltungsbedarfs benötigen (Meschy, 2010). Mehreren Berichten zufolge leiden etwa 20 bis 30% der Milchkühe in Deutschland, England oder Albanien an subakuter Acidose (EU, 2014; Shabani und Ceroni, 2013; Kleen et al., 2013). Diese Situation kann die Produktivität der Kuh sowie die Wirtschaftlichkeit des Betriebs beeinträchtigen.


» Endotoxine in der Nutztierhaltung
Wie groß ist die Gefahr?

Nutztiere müssen sich ständig mit den Auswirkungen von Endotoxinen auseinandersetzen. Besonders während Stressperioden und bei nicht intakter Darmbarriere können größere Mengen an Endotoxinen die Tiere belasten und schädliche Effekte auf ihre Gesundheit haben. Die durch Endotoxine hervorgerufene Immunantwort kostet Energie, was zu einer verringerten Leistung führen kann. . Im schlimmsten Fall können Endotoxine zu einer Überreaktion und letztlich zum Tode führen.

» Von Bergbau und Futtermitteln
Damolin unter dem Dach des Mineral-Spezialisten Imerys

Der Schritt war zu erwarten. Sechs Jahre war Damolin, bekannt als Anbieter der Kieselgure Diamol®, im Besitz einer dänischen Investmentfirma. In dieser Zeit konnte Damolin seine Marktposition ausbauen. Nun fand der französische Konzern Imerys viele Synergiemöglichkeiten und sicherte sich den Spezialisten. Somit wurde Damolin Anfang 2017 als Imerys Absorbents in den Konzern eingegliedert.

» Darmgesundheit von Ferkeln stärken
Homogenere Würfe und Absetzgruppen

In der Tierproduktion ist die Notwendigkeit der Reduktion des Antibiotikaeinsatzes unbestritten. In Deutschland ist neben der Verbesserung des Managements die Nutzung von Impfungen von Sauen und Ferkeln die meistgenutzte Maßnahme, um die Tiergesundheit zu sichern und den Antibiotikaeinsatz zu mindern. In den Veredelungsregionen liegen die Impfkosten für alle Impfungen von Sauen und Ferkeln bei 6 bis 10 € pro Ferkel. Seit dem Verbot der Fütterungsantibiotika wurde eine Vielzahl von Futteradditiven zur Verbesserung der Darmgesundheit entwickelt, die die Darmgesundheit partiell unterstützen können, die aber nicht als Problemlöser zu bewerten sind.

» Zusatzstoffe – so gut wie das Team hinter ihnen
Funktionale Zusatzstoffe treten in den Vordergrund

Seit mehr als 47 Jahren ist Lucta ein verlässlicher Lieferant für Futteraromen, mit denen Rationen gezielt schmackhafter und attraktiver gemacht werden können. Durch eine Innovationsoffensive sollen in Zukunft jedoch vermehrt funktionelle Zusatzstoffe entwickelt werden, mit denen der Gesundheitsstatus von Nutztieren stabilisiert werden kann.

» Schweinefleisch ohne Ebergeruch
Ein Mischfutter als Alternative zur Kastration von Ferkeln

Fleisch von intakten (nichtkastrierten) Ebern kann mit einem äußerst unangenehmen Geruch belastet sein. Dieser wird meist als Ebergeruch oder Boartaint bezeichnet. Um die Entstehung dieses Problems zu vermeiden, werden männliche Ferkel seit Jahrhunderten durch einen chirurgischen Eingriff ohne vorherige Betäubung kastriert. Wenn dieser Eingriff frühzeitig vor dem Erlangen der Geschlechtsreife erfolgt, verändert sich auch das Verhalten der Tiere, hin zu weniger Aggressionen. Heutzutage jedoch, wo das Tierwohl stärker im FokusVerbraucher steht, wird die herkömmliche Ferkelkastration nicht mehr hingenommen.

» Neue Wege zur Optimierung der Futterverwertung
Spezialverfahren zu Herstellung von Spurenelementen

Dank der OptiSize-Technologie können gleichförmige Hydroxy-Spurenelementpartikel mit geringer Staubemission hergestellt werden. Diese sind weder reaktiv noch hygroskopisch und können gleichmäßiger in Futtermittel eingemischt werden als herkömmliche Spurenelemente. Kombiniert mit hervorragender biologischer Verfügbarkeit, liefern sie dem Tier so mehr Nährstoffe.

» Die Erfindung des Mischfutters und seine Zukunft
Gewachsene Anforderungen an die Hersteller

Es begann mit der Weender Futtermittelanalyse. Entwickelt wurde dieses System, das noch heute die Grundlage von Futtermitteluntersuchungen darstellt, im Jahr 1860 oder 1863 (die Chronisten wissen es nicht genau) von Wilhelm Henneberg und Friedrich Stohmann an der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Weende, einem Stadtteil von Göttingen. Wilhelm Henneberg wird Professor an der dortigen Universität. Er führte das physiologische Denken in die „Thierchemie" und damit in die heutige Tierernährung ein.

» „Ohne Verband lebt man gefährlicher“
Die AWT will sichtbarer werden

Die Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung (AWT), die 2010 ihre Geschäfte an die Fefana (Europäischer Verband der Zusatzstoffindustrie) in Brüssel übergeben hat, ist seit zwei Jahren wieder für die Zusatzstoffhersteller in Deutschland die Schnittstelle zu den nationalen und europäischen Behörden. Die Verbandsführung hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Verband wieder mit mehr Leben zu füllen, die Mitgliederzahl zu erhöhen und die Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit zu verbessern. FeedMagazine sprach mit der Vorsitzenden Sophie von Alvensleben und Geschäftsführerin Dr. Iris Pelletier über den künftigen Weg.

» Tierernährung – eine Neubestimmung
Fütterung bietet Lösungsansätze für viele öffentliche Interessen

Traditionell geht es bei der Formulierung und Produktion von Futtermitteln im Wesentlichen darum, das Wachstum der Tiere zu fördern, die Futterverwertungsrate zu verbessern und den Landwirten sichere und wettbewerbsfähige Futtermittel zur Verfügung zu stellen. Die Tierernährungswissenschaft wurde mittlerweile jedoch einer Neubestimmung unterzogen und hält nun eine breite Palette von Funktionen parat, die Lösungen für die nachhaltige Entwicklung der Tierhaltung, einschließlich der Aquakultur, liefern können. Wie der neue Fefac-Präsident Nick Major in seiner Vision für die Tierernährung 2030 erklärt, bedarf es der Sektor übergreifenden Partizipation und politischen Anerkennung, um die nächste Stufe zu erreichen und die Akzeptanz innovativer Futterlösungen zur Erfüllung gesellschaftlicher Anforderungen auf der Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe zu fördern.

» Spießer Alfons
Sati(e)risches aus der Futtermittel-Werbung

Um es gleich vorweg zu sagen: Spießer Alfons ist weder Vegetarier noch Veganer, sondern er verspeist auch tierische Nahrung, will meinen Fleisch und Fisch. Ein Rib Eye Steak medium, ein Gänsebraten zur Weihnachtszeit und Sashimi zu jeder Jahreszeit gehören zu den Lieblingsspeisen des Spießers. Das erklärt Alfons ausdrücklich, damit niemand ihm Voreingenommenheit nachsagen soll, wenn er Werbung aufspießt, wo es um die Ernährung von Tieren geht, die wiederum der Nahrung des Menschen dienen.

» Begleitung der Branche
Mischfutterherstellung im Spiegel der Kolumne

Unter Berufung auf das Vorgängerorgan „Die Futtermittelindustrie’“, das in den letzten Kriegsjahren eingestellt wurde, gründeten Edmund Pries, Heinrich Asch, Fachverband der Futtermittelindustrie, und Alfred Strothe, Publizist, 1954 „Kraftfutter“ als branchenbegleitende, monatlich erscheinende Fachzeitschrift für die Futtermittelindustrie. Der erste Landwirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Wilhelm Niklas, würdigte in seinem Grußwort für die erste Ausgabe von „Kraftfutter“ die herausragende Rolle der Futtermittelwirtschaft im Agrarsektor mit Auswirkung auf die Ernährungswirtschaft (s. Faksimile). Ein Zusammenhang, der in den vergangenen Dekaden immer mehr Bedeutung erlangt hat.
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