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Im Fall des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im südlichen Emsland gibt es vorerst keine Anzeichen, dass sich die Seuche in der Region weiter ausgebreitet hat. Die Nachbarländer Niederlande und Dänemark sind alarmiert und besorgt.

Wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover berichtete, sind die Stichproben aus einem ein Kontaktbetrieb in Freren mit etwa 1.800 Mastschweinen negativ gewesen. Aus Vorsorgegründen seien die Tiere dennoch gekeult worden. Ziel der Maßnahme sei es, eine mögliche weitere Übertragung des hoch ansteckenden Erregers zu vermeiden und so vielen weiteren tausend Tieren mögliche Leiden zu ersparen, erklärte das Agrarressort.

Unterdessen laufen die Ermittlungen zur Eintragsquelle in dem Ausbruchsbetrieb weiter. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast berief den „Landeslenkungsstab Tierseuchen“ ein, in dem neben den zuständigen Behörden auch alle betroffenen Verbände und Unternehmen vertreten sind. Der Landeslenkungsstab soll dem Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren auf Landesebene und der Abstimmung überregionaler Maßnahmen zur Eindämmung eines Seuchengeschehens oder seiner Folgewirkungen dienen. Morgen soll zudem auf Einladung der Ministerin ein Austausch mit der Schlachtbranche stattfinden, um die Schlachtung der betroffenen Tiere aus Restriktionszonen zu gewährleisten.

Ausbruch in der Uckermark

Der fast zeitgleich stattgefundene ASP-Ausbruch in einem uckermärkischen Betrieb sorgt in Brandenburg für Unruhe. Der Landesbauernverband (LBV) befürchtet, dass hierdurch der gesamte Kreislauf von Aufzucht, Mast, Transport und Schlachtung unterbrochen und die Schweinehaltung in der schon vieharmen Brandenburger Region weiter beschädigt wird.

Verbandspräsident Henrik Wendorff forderte daher sofort wirksame ASP-Programme um der Schweinehaltung in Brandenburg noch eine Perspektive zu verschaffen. Er meint damit Programme für Schweinehalter gemäß der vom Land aufgelegten „Richtlinie zum Ausgleich von ASP-bedingten zusätzlichen Veterinärkosten und Mehrkosten beim Transport von Schweinen“.

Die Richtlinie unterliegt bisher der De-Minimis-Regelung, wonach die Gesamtsumme verschiedener Förderungen auf 20.000 Euro innerhalb von drei Jahren beschränkt ist. Diese Beschränkung soll nun jedoch im Rahmen eines EU-Notifizierungsverfahren aufgehoben werden. Damit die Hilfen schnell bei den Betrieben ankommen, verlangt Wendorff, dass diese Notifizierung bei den zuständigen Stellen oberste Priorität haben müsse.

Sorge in den Niederlanden und Dänemark

Während sich die dänische und niederländische Schweinebranche nach den ersten Funden von Afrikanischer Schweinepest (ASP) im vorletzten Jahr im Osten Deutschlands noch betont gelassen gegeben hatten, zeigt man sich nun höchst alarmiert. Nachdem das Bundeslandwirtschaftsministerium am Samstag Seuchenausbrüche in einem Betrieb im Landkreis Emsland und in einem weiteren in der Uckermark bestätigte, rief der Dachverband der dänischen Land- und Ernährungswirtschaft (L&F) alle Beteiligten am Wochenende zu äußerster Vorsicht und lückenloser Prävention auf.

Der L&F-Regionalleiter für Veterinärfragen, Jens Munk Ebbesen, riet Händlern und Lebendvieh-Logistikern, die Seuchenherde weiträumig zu umfahren. Sollten Fahrten in die fraglichen Kreise vorgeplant sein, sei es besser, Alternativrouten zu finden oder Transporte zu verschieben. Es müsse alles getan werden, um die weitere Ausbreitung der hochansteckenden Seuche zu verhindern.

Der niederländische Bauernverband (LTO) appellierte gemeinsam mit dem Verband der niederländischen Schweinehalter (POV) ebenfalls an alle Sektoren, wachsam zu sein. Insbesondere Schweinehalter sowie alle, die Tiere bewegten, und diejenigen, die den Hof beträten, sollten sich der Risiken bewusst sein. Es sei sehr wichtig, sämtliche Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Das gelte gerade für Branchen, die mit Material in Kontakt kämen, das den ASP-Virus enthalten könnte. AgE

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