Rund 30 km Zaun soll um die Fundstelle des neuen ASP-Falles errichtet werden.
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Rund 30 km Zaun soll um die Fundstelle des neuen ASP-Falles errichtet werden.
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In Mecklenburg-Vorpommern hat es im Landkreis Ludwigslust-Parchim außerhalb der bisherigen Kernzone einen weiteren Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Ein bei einem Verkehrsunfall getötetes Wildschwein war infiziert.

Wie Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus in einer Pressekonferenz berichtete, wurde nur 300 m von der Grenze zu Brandenburg entfernt in Redlin ein bei einem Verkehrsunfall getöteter Überläufer positiv auf das Virus getestet. Nach dem Ausbruch der Tierseuche in einer Schweinemastanlage Mitte November im Kreis Rostock ist die Zahl der infizierten Wildschweine im Kreis Ludwigslust-Parchim damit auf sieben gestiegen.

Ein Zaun soll helfen

Der neue Fall schaffe insofern „eine völlig neue Situation, da erstmals in Deutschland zwei Bundesländer in einem Kerngebiet einen ASP-Fall haben“, erklärte Backhaus. Dies erfordere enge Absprachen über Landesgrenzen hinweg auf mehreren Ebenen, wobei in bereits erfolgten Krisengesprächen mit den beteiligten Ministerien in Brandenburg vereinbart worden sei, „die weiteren Maßnahmen nach dem Modell Mecklenburg-Vorpommerns zu koordinieren“. Laut Backhaus wird bereits am Freitag mit dem Zaunbau um das neue Kerngebiet begonnen, dass sich in Brandenburg auf den Landkreis Prignitz erstrecke.   

Der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, berichtete, dass bereits koordinierende Gespräche mit dem Kreis Prignitz stattgefunden hätten. Geplant sei, ab Freitagmorgen 30 km Zaun um die Fundstelle des neuen ASP-Falles zu errichten, davon 20 km auf Seiten Mecklenburg-Vorpommerns. „Der Schutzzaun muss schnell eingerichtet werden, jeder Tag zählt“, betonte der Landrat. Über die Ausweisung der neuen Restriktionszonen werde in einer Allgemeinverfügung auf der Homepage des Kreises informiert.

Grund für Einschleppung noch unbekannt

Laut Backhaus hat es im Umfeld der bisherigen ASP-Ausbrüche in Lalendorf im Kreis Rostock und Marnitz in Ludwigslust-Parchim keine weiteren ASP-Nachweise gegeben. Nachgewiesen wurde, dass die Tiere mit dem Brandenburger Virustyp III infiziert waren. Der Einschleppungsgrund in die kommerzielle Schweinehaltung sei noch nicht aufgeklärt. Der neue Fundort in Redlin liegt an einem Truppenübungsplatz, der als „Paradies für Schwarzwild“ wahrscheinlich eine hohe Wildschweinedichte aufweist. Dort könnte ein „Geschehen“ existieren, die im Zusammenhang mit den anderen Ausbrüchen stehen, so der Minister. AgE

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