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Konstante Futterkosten bei gleichzeitiger Reduzierung der umweltrelevanten Nährstoffausscheidungen: Welchen Einfluss optimierte Fütterungsverfahren auf den ökologischen Fußabdruck der Schweinemast haben, belegt nun eine aktuelle Praxisstudie der AGRAVIS Raiffeisen AG auf Schweinemastbetrieben. Dabei wurden die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen von zwei Schweinefutterkonzepten – jeweils eine Ration mit konstantem Rohproteingehalt und eine moderne, angepasste Ration nach dem Konzept Zukunft Füttern – mit Hilfe des AGRAVIS Ökoeffizienz-Managers verglichen. Die Analyse der 25 Betriebe aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Rhein-Main-Gebiet zeigt: Der ökologische Fußabdruck der Schweinemastbetriebe konnte in den vergangenen Jahren nachweislich um bis zu 26 Prozent verringert werden. Gleichzeitig waren signifikante Minderungen der Stickstoff-, Phosphor- und CO2-Emissionen messbar.
„Je bedarfsgerechter ein Schwein in der Mast gefüttert wird, desto geringer ist der Nährstoffüberschuss, der vom Tier energieaufwendig verstoffwechselt und anschließend in Form von Kot und Harn ausgeschieden werden muss“, zeigt Dr. Peter Rösmann, Produktmanager der AGRAVIS Futtermittel GmbH, auf. „Und genau daran haben wir in den vergangenen Jahren intensiv gearbeitet: Das AGRAVIS-Konzept Zukunft Füttern steht in diesem Zusammenhang für Fütterungsverfahren, die auf der Basis der tatsächlich vom Mastschwein verdaulichen Nährstoffe konzipiert sind“, erläutert Rösmann. Diese Strategie ermöglicht Veredelungsbetrieben den effizienten Einsatz der verwendeten Rohwaren beziehungsweise Einzelfuttermittel. Zudem werden die umweltrelevanten Nährstoffausscheidungen durch die Schweinehaltung, insbesondere Stickstoff und Phosphor, nachweislich minimiert.
In der landwirtschaftlichen Praxis zeigt sich diese positive Entwicklung konkret an einem sinkenden Gülleanfall je Mastplatz. Weitere Indikatoren sind generell sinkende Nährstoffgehalte in der Gülle sowie die Verbesserung der Stallluft. „Diese positiven Beobachtungen sind jedoch nur dann ein Beleg für die Verringerung der Umweltwirkung in der Schweinemast, wenn das genetische Leistungspotenzial der Tiere weiterhin abgerufen wird“, erklärt Rösmann. Eine unkontrollierte Protein- oder Phosphorabsenkung im Futter führt hingegen unweigerlich zu Leistungsdepressionen im Stall. Im Ergebnis würde dies zu einem Anstieg der Masttage, zu höheren Futteraufwendungen je Kilogramm Zuwachs und zu einem Anstieg des Gülleanfalls je Tier führen. „Der Verzicht auf Leistung ist daher sowohl aus wirtschaftlicher als auch umweltpolitischer Sicht unbedingt zu vermeiden“, betont der AGRAVIS-Experte.

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