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Die weltweite Erzeugung von Futtermitteln ist trotz vielfacher Herausforderungen im vergangenen Jahr um 2,3 % gestiegen. Das geht aus dem jüngsten Alltech Agri-Food Outlook 2022. Der stärkste Zuwachs wurde in China verzeichnet. Das stimmt optimistisch für weiteres Wachstum in diesem Jahr.

Die weltweite COVID-19-Pandemie hatte erhebliche Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor, führte zu Unterbrechungen in den Lieferketten und beschleunigte die Einführung neuer Technologien und ökologischer Nachhaltigkeitspraktiken.  Trotz dieser Herausforderungen entwickelte sich die Produktion an Futtermitteln positiv. Die weltweit produzierte Futtermittelmenge wird für 2021 auf 1,235 Mrd. t geschätzt, ein Plus von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem jüngsten Alltech Agri-Food Outlook 2022 hervor, in dem Daten aus mehr als 140 Ländern und über 28.000 Futtermittelwerken ausgewertet wurden.

Die zehn wichtigsten Futtermittel produzierenden Länder 2021 waren:

Länder

Angaben in Mio. t

  1. China

261,424

  1. USA

231,538

  1. Brasilien

80,094

  1. Indien

44,059

  1. Mexiko

38,857

  1. Spanien

35,580

  1. Russland

33,000

  1. Türkei

25,300

  1. Japan

24,797

  1. Deutschland

24,506



Diese zehn Länder erzeugen rund 65 % der weltweiten Produktion an Futtermitteln und können als Indikatoren für die Entwicklung der Landwirtschaft angesehen werden. Darüber hinaus stieg die Futtermittelproduktion dieser Länder zusammengenommen um 4,4 %, verglichen mit dem globalen Gesamtwachstum von 2,3 %.

Das Land mit dem größten Zuwachs nach Tonnage war China mit einem Anstieg um 8,9 %. Ein Grund dafür sieht Alltech in der kontinuierlichen Konsolidierung und Modernisierung der Futtermittelindustrie des Landes. So setzen Schweinemastbetriebe nicht mehr Lebensmittelabfälle als Futter ein, sondern zunehmend professionell hergestellte Futtermittel. Hinzu kommen die Erholung und die fortgesetzte Modernisierung des Schweinesektors.

Schweinefutter legte am deutlichsten zu

Betrachtet man die Futterarten, so ergibt sich ein differenziertes Bild.

Schweinefutter: Die Produktion stieg deutlich um 6,6 %, was vor allem auf die Erholung der Region Asien-Pazifik von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zurückzuführen ist, vor allem in Japan, Südkorea, Malaysia und China.  Indonesien, Myanmar, die Philippinen, Thailand und Vietnam spürten aber weiterhin die Auswirkungen der Seuche. In Europa waren die Länder, in denen die ASP nicht oder nicht mehr ein Problem darstellt, immer noch von einem Überschuss an Schweinefleisch betroffen, der auf eine geringere Nachfrage aus China zurückzuführen ist.

Geflügelfutter: Die Menge an Legehennenfutter ging leicht um 1,4 % zurück, während die Produktion von Masthähnchenfutter um 2,3 % stieg. Denn die Legehennenbranche sieht sich laut der Studie in vielen Ländern mit Herausforderungen konfrontiert, die auf die hohen Rohstoffkosten in Verbindung mit stagnierenden oderniedrigen Einzelhandelspreisen für Eier zurückzuführen sind. Auch der Tierschutz spielt eine Rolle auf Grund der Abkehr von der Käfighaltung und der Zunahme der Freilandhaltung in vielen Ländern. In Europa waren die stärksten Rückgänge in Norwegen, Russland, der Ukraine und Polen zu verzeichnen, heißt es weiter. Auch im asiatisch-pazifischen Raum war ein Rückgang zu verzeichnen, während die Tonnage in Australien um 4 % zunahm. 

Milchviehfutter:  Die Tonnage stieg leicht um 1,9 %. Der asiatisch-pazifische Raum verzeichnete den größten Anstieg, der hauptsächlich auf das Wachstum in Indien zurückzuführen ist. Als die COVID-19-Sperrungen weltweit nachließen, trugen die Wiedereröffnung des Gastgewerbes und der Unterricht in den Klassenzimmern dazu bei, den Milchverbrauch insgesamt zu steigern. In Australien und Neuseeland verringerte sich die Milchviehfuttermenge um 6,7 % bzw. 2,5 %. 

Rinderfutter: Die Produktion ging weltweit um 1,9 % zurück. Die Branche wird weiterhin durch die geforderte Reduzierung der Treibhausgasemissionen sowie die Wahrnehmung von Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen herausgefordert. Die europäischen Märkte konzentrieren sich besonders auf die Verringerung der Treibhausgasemissionen, um sich mit der COP26, dem EU Green Deal und der FEFAC Feed Sustainability Charta 2030 in Einklang zu bringen. Argentinien verzeichnete einen deutlichen Rückgang aufgrund geringerer Exporte. Hinzu kommt die hohe Inflation und die Abwertung der Landeswährung, die die Kaufkraft der Argentinier auch beeinträchtigen, obwohl die Exportvorschriften gelockert werden und sich auf Argentiniens Aussichten für 2022 auswirken könnten.

Aquakultur: Die Aquakulturindustrie wächst in vielen Märkten weiter und verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum von 3,7 %. Kreislaufsysteme für die Aquakultur (RAS) werden immer häufiger eingesetzt, und die Nachfrage der Verbraucher nach Fisch nimmt zu. Märkte mit ASP-Problemen verzeichneten aufgrund des geringeren Schweinefleischangebots ein zusätzliches Wachstum. Indien verzeichnete einen erheblichen Anstieg seiner Aquakultur-Futtertonnage um 9 %; außerdem entfielen 10 % des Wachstums im asiatisch-pazifischen Raum auf Indonesien. In Lateinamerika trugen Chile, Brasilien, Honduras und Ecuador zum regionalen Wachstum von 5,6 % bei.

Heimtierfutter: Die Produktion verzeichnete mit einem Anstieg von 8,2 % den höchsten Zuwachs unter den Sektoren. Dieser signifikante Anstieg ist laut der Studie größtenteils auf die Zunahme der Heimtierhaltung im Zuge der COVID-19-Pandemie zurückzuführen.

„Wir sehen die Widerstandsfähigkeit der Agrar- und Lebensmittelbranche. Was noch viel wichtiger ist, dass Wachstum, Modernisierung und die Einführung nachhaltiger Praktiken parallel dazu stattfinden.“
Dr. Mark Lyons, Präsident und CEO von Alltech

Regional weist Afrika die höchste Zuwachsrate auf

Die Entwicklung der Mischfutterproduktion ist auch nicht in allen Regionen gleich.

- Nordamerika verzeichnete im vergangenen Jahr ein stetiges Wachstum von 1,9 %, die USA blieben nach China das zweitgrößte Futtermittelproduzierende Land weltweit.

- Lateinamerika erzielte ein moderates Wachstum von 0,5 %; Brasilien blieb in dieser Region führend hinsichtlich Futtermittelproduktion und belegte weltweit nach China und den USA den dritten Platz.

- Europa meldete einen Rückgang der Futtermittelproduktion um 1,2 %; Grund sind Probleme wie die Afrikanische Schweinepest, hohe Rohstoffkosten in Verbindung mit niedrigen Endproduktpreisen sowie ein Rückgang der Futtermittelproduktion für Wiederkäuer aufgrund pandemiebedingter Vorschriften der Politik.

- Der asiatisch-pazifische Raum hatte mit 5,7 % das größte regionale Wachstum; die Region umfasst mehrere der zehn größten Futtermittelproduzierenden Länder, darunter China, Indien und Japan.

- Afrika verzeichnete ein Wachstum von 2,4 %; trotz der Herausforderungen durch hohe Rohstoffpreise, der Maul- und Klauenseuche sowie geopolitische Spannungen, die sich auf die Ausfuhr von Lebensmitteln tierischen Ursprungs ausgewirkt und in einigen Gebieten zu Rohstoffknappheit geführt haben.

Alltech Agri-Food Outlook
Alltech arbeitet weltweit mit Futtermittelherstellern, Industrieverbänden und Regierungsbehörden zusammen, um jedes Jahr Daten und Erkenntnisse für die Bewertung der weltweiten Futtermittelproduktion zur Verfügung zu stellen. Das internationale Vertriebsteam von Alltech hat im letzten Quartal des Jahres 2021 die Informationen zur Mischfutterproduktion und Mischfutterpreise mit Unterstützung lokaler Futtermittelverbände zusammengetragen. Die Zahlen basieren auf Kalkulationen und sollen als Informationsquelle für Interessenvertreter der Branche dienen. Der nun mehr 11. Outlook von Alltech basiert auf Daten aus mehr als 140 Ländern und von mehr als 28.000 Futtermittelherstellern.

Branche optimistisch gestimmt für 2022

Insgesamt bietet der Outlook von Alltech ein positives Stimmungsbild und die Perspektiven für die globale Futtermittelindustrie stehen auf weiteres Wachstum. „Die Ergebnisse des 2022 Alltech Agri-Food Outlook Berichts stärken unser Vertrauen und unseren Optimismus in Bezug auf die Zukunft des Agrar- und Lebensmittelsektors“, sagte Dr. Mark Lyons, Präsident und CEO von Alltech. „Wir sehen die Widerstandsfähigkeit der Agrar- und Lebensmittelbranche gegenüber den Herausforderungen von COVID-19, Krankheiten und Störungen in den Lieferketten. Was noch viel wichtiger ist, es gibt Hinweise darauf, dass Wachstum, Modernisierung und die Einführung nachhaltiger Praktiken parallel dazu stattfinden.“

 

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