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Vom 9. bis 10. September luden Animine und die European Federation of Animal Science (EAAP) zur dritten Animine Academy im Raum Chantilly (Frankreich) ein. Mehr als 100 Tierernährer aus Wissenschaft und Industrie kamen bei dieser zweitätigen internationalen Konferenz zusammen. Es wurden informative Präsentationen, mit Fokus auf aktuellen Herausforderungen in der Tierproduktion, von renommierten Experten vorgestellt.
Dr. Daniel Brugger von der Technischen Universität München (Deutschland) stellte die Unterscheidung der Begriffe Verdaulichkeit (Differenz zwischen Aufnahme und Ausscheidung), Absorbierbarkeit (Verdaulichkeit unter Berücksichtigung endogener Verluste wie Darmzellen) und Bioverfügbarkeit (Verfügbarkeit für biologische Prozesse) von Makro- und Mikromineralien dar. Er betonte, dass geeignete und sensitive Biomarker zur Bestimmung der Bioverfügbarkeit von Spurenelementen noch immer in der Diskussion stehen.
Dr. Gretchen M. Hill von der Michigan State University (USA) behandelte das Thema Spurenelemente in der Schweinefütterung in den USA. Der Einsatz von hohen Zink- und Kupfergehalten in der Absetzphase gehört dort zur gängigen Praxis. Aus Sicht der Wissenschaftlerin gilt es noch einige Fragen in der Schweineproduktion zu klären, wie zum Beispiel der Zink- und Kupferbedarf der heutigen Hochleistungssauen. Tatsächlich müssen die Empfehlungen für Schweine regelmäßig an Veränderung zum Beispiel der Genetik, der Betriebsführung und der Futtermittel angepasst werden.
Lisbeth Shooter vom SEGES (Danish Pig Research Centre) informierte die Teilnehmer über aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen zur Reduktion von Zinkoxid in der Ferkelfütterung in Dänemark. Spätestens im Juni 2022 wird der Einsatz von pharmakologischen Zinkoxid-Dosen in allen EU-Mitgliedsstaaten verboten werden. Es wurden verschiedene Fütterungsstrategien mit unterschiedlichen Ergebnissen getestet. Folglich kann durch Kombination verschiedener Maßnahmen (Stallmanagement, Tiere, Futtermittel) der Absetzdurchfall bei Ferkeln unter Kontrolle gebracht werden.
Zum Abschluss des ersten Tages der Animine Academy präsentierte Dr. Kevin Waldron von der Newcastle University (UK) den Prozess der Nährstoffimmunität („nutritional immunity“) an der Schnittstelle zwischen Wirt und Pathogen. Er erläuterte die Bindungsfähigkeit von Immunproteinen an Metalle wie insbesondere Zink, Eisen und Mangan. Wirbeltiere nutzen diese Strategie, um die Aufnahme von essenziellen Metallen für Bakterien zu begrenzen.
Am zweiten Tag wurde die Notwendigkeit von nachhaltigerem Umgang mit Zink- und Kupfer in der Tierernährung in den Vordergrund gestellt, denn zu hohe Supplementierungen begünstigen Antibiotikaresistenzen und Metallanreicherungen in der Umwelt.
Dr. Kristian K. Brandt von der Universität Kopenhagen (Dänemark) behandelte das Thema Bakterienresistenz in der Tier-Boden-Mensch-Kette. Eine der Schlussfolgerungen war, dass die Rolle von Metallen bei der Verbreitung von Resistenzgenen mit einem kombinierten Antibiotika-Einsatz signifikant zunimmt.
Hans Blonk, Geschäftsführer von Blonk Consultants, beschrieb die Lebenszyklusanalyse (LCA) für Tierproduktionssysteme. Die Methoden zur Erstellung von Lebenszyklusanalysen folgen mittlerweile internationalen Standards. 2018 wurde die „Product Environmental Footprint Category Rules Guidance“ (PEFCR) für Tierfutter offiziell in der Europäischen Union veröffentlicht.
Das einzigartige Format der Animine Academy ließ Zeit für angeregte Diskussionen und ermöglichte einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie.

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