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Landwirtschaft ist ein unsicheres Geschäft, das von vielen äußeren Einflüssen abhängt, insbesondere vom Wetter. Das Wetter beeinflusst nicht nurdas Wachstum der Pflanzen. Vorallem zu kritischen Zeitpunkten in der Entwicklung der Pflanze erklären die Wetterverhältnisse zu einem großen Teil den Befall mit Pilzen und folglich dasRisiko von Mykotoxinen. Kein Wunder, dass die ersten Analyseergebnisse der Weizen- und Gerstenernte mit Spannung erwartet werden. Vor der Tür steht nun die Maisernte. Um bereits im Vorfeld das Risiko einer Mykotoxinkontamination abschätzen zu können und darauf reagieren zu können, wurde das Biomin® Mycotoxin Prediction Tool entwickelt. Es wurde in langjähriger Forschung in Kooperation mit Universitäten kreiert. Globale, stündliche Wetterdaten werden kombiniert und deren wahrscheinliche Auswirkungen auf Pflanzen-und Pilzwachstum,die Mykotoxinproduktion sowie auf die Interaktionen zwischen Pflanze und Pilz analysiert.Der umfangreiche Datensatz zum Auftreten von Mykotoxinen weltweit, der Biomin®Mycotoxin Survey, erlaubt, diese Modelle zu validieren und zu verbessern.Eine zentrale Variable ist die Wetterlage. In das Mykotoxin Prediction Tool fließen daher stündliche Wetterdaten von über 61.000 Stationen rund um den Globus ein. Mais kann wie auch andere Getreidesorten von FusariumPilzen befallen werden, die im Mais die Kolben-und Stängelfäule hervorrufen können. Diese Infektion kann während des gesamten Wachstums der Maispflanze passieren,begünstigt werden diese beispielsweise durch Verletzungen der Pflanzen oder durch Insekten. Das entscheidendste Zeitfenster ist jedoch während der Seide. Das ist die Zeit der Blüte,bei der die weiblichen Narbenfäden sichtbar werden(Abbildung 1).
Abbildung1: Junger Maiskolben nach Bestäubung der weiblichen Narbenfäden, die noch immer gut sichtbar sind
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Abbildung1: Junger Maiskolben nach Bestäubung der weiblichen Narbenfäden, die noch immer gut sichtbar sind

Über diese Fäden gelingt eine Infektion
mit FusariumPilzen. Die Sporen gelangen zu den Maiskörnern,in Kombination mit ein paar Stunden Regenfall oder hoher Luftfeuchtigkeit können sich diese Sporen weiterentwickeln. Auch nach der Bestäubung der Narbenfäden und be ginnender Entwicklung des jungen Maiskolbens ist eine Infektion über die Seidenoch möglich. Zu einem späteren Zeitpunkt fördern dann eher wärmere Temperaturen das Wachstum der Pilze.Regenfälle kurz vor derErntezeit ermöglichen wieder vermehrt die Produktion von Mykotoxinen, da der Feuchtigkeitsgehalt der Körner höher bleibt. Die Seidezeit findet in Europa überwiegend im Juli statt, der dieses Jahr generell eher trockener war als normalerweise. Moderate Regenfälle sind aber im frühen August in West-und Zentraleuropa aufgetreten, in Deutschland speziell im Süden. Generell war der August in Deutschland laut dem Deutschen Wetterdienst eher feucht und durchschnittlich sehr warm. Regenfälle im August könnten die Infektion in Maispflanzen in später Seidezeit fördern.Deoxynivalenol (DON), eines der wichtigsten Mykotoxine in Mittel-und Nordeuropa, kann von manchen Fusarium Pilzen gebildet werden. Das Risiko, dass die Konzentration mit DON bei der Maisernte einen für Tiere schädlichen Wert überschreitet, ist in Deutschland hoch (Abbildung 2a).
Abbildung 2: Die Karten zeigen das Risiko in verschiedenen Teilen Deutschlands, dass Mais der bevorstehenden Ernte mit Deoxynivalenol (DON) (Abb 2a), Zearalenon (ZEN) (Abb 2b), Fumonisinen (FUM) (2c) oder Aflatoxinen (Afla) (2d) kontaminiert ist. Hohes Risiko zB 95% ist hier rot: hier sind wahrscheinlich 95% des Mais mit einem für Tiere schädlichem Level kontaminiert.
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Abbildung 2: Die Karten zeigen das Risiko in verschiedenen Teilen Deutschlands, dass Mais der bevorstehenden Ernte mit Deoxynivalenol (DON) (Abb 2a), Zearalenon (ZEN) (Abb 2b), Fumonisinen (FUM) (2c) oder Aflatoxinen (Afla) (2d) kontaminiert ist. Hohes Risiko zB 95% ist hier rot: hier sind wahrscheinlich 95% des Mais mit einem für Tiere schädlichem Level kontaminiert.

Ganz Deutschland zeigt ein hohes Risiko von 95% an, das besagt, dass wahrscheinlich 95% der Maisernte eine Konzentration mit DON aufweist, die dem Tier schaden könnte. Das Risiko für das Mykoestrogen Zearalenon (ZEN), das auch von manchen Fusarium Pilzen gebildet wird,ist zwar geringer aber dennoch relativ hoch mit 57% (Abbildung2b). Dieses Risiko besagt, dass wahrscheinlich mehr als die Hälfte der Maisernte in Deutschland eine Kontamination mit ZEN aufweisen wird, die dem Tier schaden könnte. Das Risiko von ZEN in der Ernte wird auch dadurch erhöht, dass die Maisernte im Herbst stattfindet und ZEN vermehrt bei kühlerenTemperaturen produziertwird. Das Risiko, dass die Maisernte mit Fumonisinen, ebenfalls Fusarium Toxine, kontaminiert ist, ist generell moderat und nur in Nord-Ost-Deutschland ein wenig erhöht (Abbildung 2c). Auch das Risiko, dass Mais durch Aflatoxine während des Wachstums im Feld kontaminiert wurde, ist niedrig bis moderat. Aflatoxine werden von Pilzen der Spezies Aspergillus produziert und werden in Europa generell eher als Problem der Getreidelagerung angesehen.
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