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Bioökonomie hat sich seit 2005 von einer Forschungsinitiative zu einer Wissenschafts- und Wirtschaftsstrategie entwickelt.  Das Jahr 2020 wurde zum Jahr der Bioökonomie ausgerufen. Leider entfielen durch „Corona“ im ablaufenden Jahr vorgesehene Aktivitäten. Das vorliegende Buch "Bioökonomie hat sich seit 2005 von einer Forschungsinitiative zu einer Wissenschafts- und Wirtschaftsstrategie entwickelt.  Das Jahr 2020 wurde zum Jahr der Bioökonomie ausgerufen. Leider entfielen durch „Corona“ im ablaufenden Jahr vorgesehene Aktivitäten. Das vorliegende Buch „System Bioökonomie“, herausgegeben von Daniela Thrän und Urs Moesenfechtel, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, Leipzig, stellt jedoch eine wertvolle Ausnahme dar und leistet einen nachhaltigen Beitrag zum „System Bioökonomie“.

Nach Geleitwort, Vorwort und Einführung in das System der Bioökonomie präsentiert das Buch in drei Abschnitten die Teilbereiche der Bioökonomie, die Organisationsformen sowie die Rahmenbedingungen und Wegweiser der Bioökonomie. Am Buch haben insgesamt 41 Wissenschaftler aus 25 Forschungseinrichtungen Deutschlands mitgearbeitet.

Nach einem Geleitwort und dem Vorwort folgt die Einführung in das System Bioökonomie (20 S.) durch die Herausgeber. Die Einführung stellt die Bioökonomie als Zukunftschance gegenüber globalen Herausforderungen dar, schafft einen Überblick über die Ressourcen und die Verfahrensprinzipien einer wissensbasierten Bioökonomie, und leitet die Grundelemente des Systems Bioökonomie ab. Nach Ansicht der Herausgeber ist die Systemperspektive eine unverzichtbare Voraussetzung zur Betrachtung der naturwissenschaftlich-technischen Aktivitäten der Bioökonomie entlang der biogenen Stoffströme und zur Beurteilung aktueller sowie künftiger Zielkonflikte und Entwicklungsmöglichkeiten.

In Abschnitt I wird in neun Teilbereichen ein Überblick über die Sektoren der Bioökonomie (12 S.) gegeben. Anschließend werden wichtige Teilbereiche in Kurzform dargestellt: (Nutz)Pflanzen (16 S.), Holz (18 S.), Nutztiere (18 S.), Mikroorganismen (20 S.), marine Bioökonomie (18 S.), Abfall- und reststoffbasierte Bioökonomie (22 S.), sowie digitale Bioökonomie (13 S.). Den Autoren der einzelnen Kapitel gelingt die Beschreibung der hohen Spezifität der einzelnen Bereiche, der Interaktionen und Zielkonflikte mit den Nachbarbereichen, sowie die Skizzierung von Zukunftsbildern. Die Analyse/Einschätzung der Teilbereiche kann nicht umfassend sein und bedarf weiterer Vertiefungen.

Abschnitt II stellt in sieben Kapiteln die Organisationsformen der Bioökonomie mit dem Schwerpunkt Deutschland dar. Nach den Akteuren der Bioökonomie (22 S.) und einem Überblick über Cluster, Netzwerke und Plattformen (14 S.) folgt eine detaillierte Beschreibung für Nordrhein-Westfalen (10 S.), Mitteldeutschland (10 S.), Baden-Württemberg (14 S.) und Bayern (16 S.). Die Vernetzung Deutschlands mit der europäischen Ebene (12 S.) rundet diesen Abschnitt ab. Insgesamt erhellen die Beiträge die hohe Komplexität auf den geographischen, ökonomischen, administrativen, politischen und gesellschaftlichen Ebenen.

Abschnitt III behandelt in neun Kapiteln die Rahmenbedingungen und Wegweiser der Bioökonomie. Es werden der deutsche Bioökonomiediskurs (10 S.) thematisiert sowie Aspekte von Innovation (20 S.), Szenarien und Modellen einer nachhaltigen Bioökonomie (14 S.), Monitoring (10 S.) und Berufsfeldern (8 S.). Es folgen zwei Kapitel über Governance der Bioökonomie am Beispiel des Holzsektors (14 S.) sowie im weltweiten Vergleich (18 S.). Die beiden letzten Kapitel behandeln grundsätzliche Überlegungen zu Nachhaltigkeit und Bioökonomie (12 S.) sowie eine zusammenfassende Standortbestimmung des Systems Bioökonomie in Deutschland (16 S.) durch die Herausgeber.

Ein Serviceteil am Ende des Buches (2 S.) enthält ein Stichwortverzeichnis.

Zielgruppen des Buches sind Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, sowie Studierende und Berufsanfänger. Das Buch ist als Orientierung in der Bioökonomie und als hilfreiche Verständnis- und Handlungsunterstützung gedacht. Aufgrund seines modularen Aufbaus eignet es sich durchaus für einen schnellen Einstieg in die Grundthematik der Bioökonomie. Die breit angelegten Themenfelder mit ihren profunden Ausführungen machen das Buch aber auch zur wertvollen Informationsquelle für Spezialisten, die das komplexe System Bioökonomie auf nationaler Ebene umfassend durchdringen wollen.
Gerhard Flachowsky (Braunschweig) und Wilhelm Windisch (Weihenstephan)

Das System Bioökonomie
herausgegeben von Daniela Thrän und Urs Moesenfechtel, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, Leipzig;

Springer Spektrum, ISBN 978-3-662-60729-9; 390 S.; 66,99 € als eBook; https://doi.org/10.1007/978-3-662-60730-5

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