Ian Roberts, Chief Technology Officer bei Bühler, will Bioprozesse für die Lebens- und Futtermittelindustrie stärker nutzen und die Entwicklung dieses Marktes beschleunigen.
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Ian Roberts, Chief Technology Officer bei Bühler, will Bioprozesse für die Lebens- und Futtermittelindustrie stärker nutzen und die Entwicklung dieses Marktes beschleunigen.
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Die Schweizer Bühler Group will künftig mit dem österreichischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen ZETA zusammenarbeiten. Ziel dieses Joint-Ventures ist, mehr Know-how in puncto Präzisionsfermentation und zellulärer Landwirtschaft aufzubauen.

Im Rahmen dieses 50/50-Joint Venture wird das neue Unternehmen, Eridia, Anlagen für die Lebens- und Futtermittelbiotechnologie entwickeln, vor allem in den Bereichen Präzisionsfermentation und zelluläre Landwirtschaft. Eridia hat seinen Sitz im österreichischen Leobendorf und wird aber auch den Innovationscampus von Bühler im schweizerischen Uzwil nutzen. Laut Bühler wird Eridia Lösungen entwickeln, um die steigende globale Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln zu befriedigen und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. ZETA bringt in dieses Joint-Venture umfangreiche Erfahrungen in der Skalierung biopharmazeutischer Prozesse — vom Piloten bis zum industriellen Maßstab, mit ein und Bühler die Technologie und Verarbeitungsexpertise für die Lebens- und Futtermittelindustrie. Erika Georget, Head of Bioprocessing bei Bühler, und Claudia Neuhold, Business Development Food and Biotech bei ZETA, werden das Führungsteam von Eridia ergänzen.

Mikroorganismen gezielt steuern

Bei der Präzisionsfermentation werden Mikroorganismen als Zellfabriken eingesetzt, um Nährstoffe und funktionelle Inhaltsstoffe wie Proteine, Omega-3-reiche Öle oder natürliche Pigmente effizient zu produzieren. Weiterentwickelt kann sie auch dazu verwendet werden, tierische Produkte wie Fleisch oder Fisch zu erzeugen, heißt es in der Mitteilung weiter. Dieser neue Bereich der zellulären Landwirtschaft könne dazu beitragen, den Druck auf die Ökosysteme zu verringern, indem die Auswirkungen der Lebens- und Futtermittelproduktion auf die Anbauflächen, die Artenvielfalt und die Treibhausgasemissionen reduziert werden. Mit der zellulären Landwirtschaft können Fleischprodukte gezüchtet werden, die in Struktur und Geschmack mit dem tierischen Pendant identisch seien, ohne dass dafür Tiere gezüchtet werden müssen.

„Die Nutzung von Bioprozessen für die Lebens- und Futtermittelindustrie ist nicht neu, aber sie muss in großem Maßstab angewendet werden. Technologien wie die Präzisionsfermentation und die zelluläre Landwirtschaft haben das Potenzial, den Flächen- und CO2-Fussabdruck der Lebens- und Futtermittelproduktion drastisch zu reduzieren. Das ist ein möglicher Weg, um Nahrungs- und Futtermittel für eine wachsende Weltbevölkerung zu produzieren und gleichzeitig die Grenzen unseres Planeten zu respektieren. Wir wollen die Entwicklung dieses Marktes beschleunigen“, erklärt Ian Roberts, Chief Technology Officer bei Bühler. 
Experte in Biotechnologie

ZETA hat Expertise in der biopharmazeutischen Verfahrenstechnik und realisiert globale Biotech-Projekte. Mit 1.200 hochqualifizierten Mitarbeitern und 22 Niederlassungen weltweit ist das Unternehmen auf die Planung, Automatisierung, Digitalisierung und Qualifizierung von maßgeschneiderten biopharmazeutischen Anlagen für aseptische Prozesslösungen spezialisiert. ZETA unterstützt das Scale-up von Fermentationsprozessen vom Labor bis zur industriellen Produktion und wendet dieses Fachwissen auch auf den Bereich der Zellkulturfermentation für die Lebensmittelindustrie an. Dabei agiert ZETA als One-Stop-Shop, der neben dem Anlagenengineering auch die Planung der HVAC- und Gebäudetechnik unter einem Dach vereint. Mit seinen Smart Engineering Services liefert ZETA den digitalen Zwilling der Prozessanlage und hat sich als Innovationstreiber für digitale Lösungen in der Pharma-, Biotech- und Lebensmittelindustrie etabliert.

 

 

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