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Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte lagen im März 2022 laut Destatis im Schnitt um 30,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das ist der höchste Anstieg seit Beginn der amtlichen Erhebungen 1949. Dünger verteuerte sich binnen eines Jahres um gut 87 Prozent, Futtermittel kosteten fast 46 Prozent mehr.

Die Preise für Energie, Vorleistungsgüter und viele weitere Waren gehen aktuell durch die Decke. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte im März 2022 im Schnitt um 30,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das war der höchste Preisanstieg bei diesen Gütern in zwölf Monaten seit Beginn der amtlichen Erhebungen im Jahr 1949. Auch Vorleistungsgüter zogen binnen Jahresfrist im Preis stark an, und zwar um 23,3 % gegenüber März 2021. Spitzenreiter waren dabei die Düngemittel inklusive Stickstoffverbindungen, die sich um 87,2 % verteuerten. Für Futtermittel im Nutztierbereich musste im Berichtsmonat 45,7 % mehr bezahlt werden als ein Jahr zuvor.

Hauptpreistreiber waren die höheren Energiekosten. Ohne diese hätten die gewerblichen Erzeugerpreise im Berichtszeitraum ein mittleres Plus von „nur“ 14,0 % aufgewiesen. Laut den Statistikern lagen die Energiepreise allerdings im vorigen Monat um 83,8 % höher als ein Jahr zuvor. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber März 2021 bei Energie hatte Erdgas mit einem Plus von 144,8 %. Im Monat zuvor waren die Preise für importiertes Erdgas auf einen bisher nie erreichten Stand hinaufgeschossen und hatten um 256,5 % höher gelegen als im Februar 2021. Die Preise für Kraftstoffe sind zuletzt sogar noch stärker gestiegen als während der Ölkrisen der siebziger Jahre und der weltweiten Finanzmarktkrise 2008/09. Laut der Destatis-Analyse waren Treibstoffe insgesamt im März um durchschnittlich 47,4 % teurer als ein Jahr zuvor. Für Superbenzin mussten an der Tankstelle 41,9%und für Diesel 62,6%mehr ausgegeben werden. Leichtes Heizöl kostete für Privatverbraucher sogar fast zweieinhalb Mal so viel wie im März 2021. AgE

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