Für eine praktikable und zukunftsweisende Weiterentwicklung der Nutztierhaltung engagieren sich zahlreiche Experten im Arbeitskreis Futter und Fütterung der DLG, der seit 40 Jahren besteht.
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Für eine praktikable und zukunftsweisende Weiterentwicklung der Nutztierhaltung engagieren sich zahlreiche Experten im Arbeitskreis Futter und Fütterung der DLG, der seit 40 Jahren besteht.
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Seit 40 Jahren engagiert sich der DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung für die Tierernährung. Vieles hat sich im Rückblick verbessert, aber viel bleibt noch zu tun. Die größten Herausforderungen für die Nutztierhaltung sieht der Arbeitskreis bei den Themen Tierwohl, Umwelt und Nahrungskonkurrenz.

Der Arbeitskreis Futter und Fütterung der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) würdigte sein 40-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung unter dem Motto „40 Jahre DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung als Motor für Innovationen“ Ende Juni in Groß-Umstadt. Die moderne Nutztierhaltung, insbesondere die Ausgestaltung von Futter und Fütterung, wurde in den vergangenen 40 Jahren vielfach und wesentlich verbessert, und sie erfülle in weiten Bereichen die Ansprüche für das Nutztier, den Tierhalter und die Gesellschaft, heißt es im Rückblick. Hierzu würdigte unter anderem Dr. Lothar Hövelmann (Geschäftsführer DLG-Fachzentrum Landwirtschaft) die im Fachgebiet Tierernährung seit Jahrzehnten bestehende und institutionalisierte sowie einzigartige Verbindung zwischen Praxis, Beratung und Wissenschaft.

Herausforderungen durch Innovationen lösen

Aktuell sieht der DLG-Arbeitskreis insbesondere folgende Herausforderungen für die Fütterungsbranche:

•          Die aktuellen globalen Verwerfungen auf den Märkten,

•          die Reputationskrise der Nutztierhaltung,

•          die Herausforderungen durch den Klimawandel sowie die mit der Nutztierhaltung verbundenen Emissionen und

•          die Frage nach der Verfügbarkeit von Ressourcen.

Diese Punkte betreffen den Umfang und die Art der Nutztierhaltung sowie die Frage der Nahrungskonkurrenz, so die DLG. Es gelte, die künftige Ausgestaltung von Futter und Fütterung daraufhin anzupassen und die notwendigen Innovationen in der Landwirtschaft und der gesamten Futterwirtschaft auf den Weg zu bringen.

Tierwohl und Umwelt berücksichtigen

Die wichtigsten Aufgaben seien die konsequente Weiterentwicklung der Themenfelder Fütterung und Tierwohl sowie Fütterung und Umwelt. Im Schweinebereich seien beide Themenfelder bereits relativ weit fortgeschritten. Der Arbeitskreis werde daher in nächster Zeit sein Augenmerk verstärkt auf den Bereich Geflügel richten und wolle auch die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Fokus Tierwohl gestärkt werden.

Nebenprodukteverwertung statt Nahrungskonkurrenz

Ein weiteres wichtiges Feld sei die Frage der Nahrungskonkurrenz. Es war immer die Stärke des Bereichs Futter und Fütterung, Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung, dem Gärungsgewerbe sowie der Energieerzeugung zu veredeln. Der Mischfuttergedanke eröffne hier weitgehende Möglichkeiten, denn nicht das einzelne Futtermittel per se, sondern der Energie-, Nähr- und Wirkstoffgehalt der Kombination der Einzelkomponenten im Alleinfutter oder der Tagesration seien maßgebend für den Futterwert.

Eine besondere Herausforderung ist für die DLG dabei die Bewertung der Nebenprodukte, insbesondere der flüssigen Nebenprodukte. Schnellanalytik und auch Digitalisierung eröffneten auch hier Perspektiven. Darüber hinaus gelte es, die Nahrungskonkurrenz und die Umweltwirkung objektiv zu bewerten. Bestehende Ansätze seien praxistauglicher zu gestalten und allgemeine Empfehlungen zur Anwendung zu entwickeln und zu implementieren.

Einsatz von Futterzusatzstoffen

Auch Futterzusatzstoffe in der Nutztierfütterung können helfen, die Herausforderungen zu lösen. Dies betreffe z.B. die Verbesserung der Verfügbarkeit bzw. den Erhalt von Energie und Nährstoffen. Mehr von dem was wächst zu nutzen, sei eine wichtige Maxime z.B. durch den strategischen Einsatz von Siliermitteln bei Grobfutter oder der Fermentation von Futtermitteln für Schweine.

Aber auch die objektive Beurteilung von Zusatzstoffen zur Minderung negativer Umweltwirkungen, z.B. von Methan beim Rind, seien aus Sicht von Futter und Fütterung Aufgaben des Arbeitskreises. Die Ableitung von Aussagen werde dabei weiterhin wissensbasiert, pragmatisch und in Abstimmung mit den Stakeholdern erfolgen.

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