GVO-freie Futtermittellieferungen könnten aus der Ukraine über einen längeren Zeitraum ausbleiben. Das hat auch Einfluss auf die Produktion von Lebensmitteln "Ohne Gentechnik".
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GVO-freie Futtermittellieferungen könnten aus der Ukraine über einen längeren Zeitraum ausbleiben. Das hat auch Einfluss auf die Produktion von Lebensmitteln "Ohne Gentechnik".
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Die Ukraine fällt durch den Krieg als Lieferant für gentechnikfreie Eiweißfuttermittel aus. Tierhalter in „Ohne Gentechnik“-Programmen könnte das vor große Probleme stellen und auch zum Ausstieg zwingen.

Mit dem Ukraine-Krieg droht hierzulande die Rohstoffbasis für die „Ohne-Gentechnik“-Produktion wegzubrechen. Darauf hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hingewiesen. „Raps- und Sojafuttermittel aus Russland und der Ukraine, die bei uns in die Lebensmittelproduktion „ohne Gentechnik“ fließen, werden für längere Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Wir haben nur noch die Ware, die in den Lägern liegt“, stellte DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers fest.

„ Wir haben nur noch die Ware, die in den Lägern liegt.“
Dr. Henning Ehlers

Laut seinen Ausführungen kann aus anderen Ländern wie Brasilien nur begrenzt Ware beschafft werden. Das treibe die Futterpreise für Geflügel- und Milchviehhalter ebenso in die Höhe wie für Landwirte mit Bioerzeugung. Dazu kämen explodierende Energie- und Betriebskosten für Landwirte, Futterproduzenten und Lebensmittelwirtschaft. Aufgrund der wegbrechenden Rohstoffbasis bleibe den Landwirten und der Futterwirtschaft nur die Möglichkeit, auf alternative Futterkomponenten zurückzugreifen.

„Deshalb werden in Kürze viele Landwirte und Unternehmen bei der Verarbeitung aus der „Ohne-Gentechnik“-Produktion aussteigen müssen.“
Dr. Henning Ehlers

„Deshalb werden in Kürze viele Landwirte und Unternehmen bei der Verarbeitung aus der „Ohne-Gentechnik“-Produktion aussteigen müssen“, sagt Ehlers voraus. Der vollständige Verzicht auf eiweißreiche Futterkomponenten sei keine Alternative. In der Konsequenz wäre nämlich die Versorgungssicherheit der Bevölkerung gefährdet. Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft muss sich nach Einschätzung des DRV-Hauptgeschäftsführers auf die aktuellen Rohstoffengpässe einstellen.
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