DVT-Präsident Jan Lahde fordert mehr Ehrlichkeit in der Klimadebatte.
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DVT-Präsident Jan Lahde fordert mehr Ehrlichkeit in der Klimadebatte.
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Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde Präsident Jan Lahde in seinem Amt bestätigt. Mit Ernst Friedlaender und Dr. Heinrich Kleine Klausing gehören zwei neue Mitglieder dem Vorstand an. Rückblickend entwickelt sich die Futtermittelwirtschaft weiterhin stabil.

Jan Lahde, Hansa Landhandel, Heeslingen, ist erneut zum DVT-Präsidenten gewählt worden. Er hat dieses Amt seit 2014 inne. Vizepräsidentin Carolin Braun-Majer, DEWA Kraftfutterwerk, Emskirchen, Vizepräsident Cord Schiplage, GSagri, Schneiderkrug, und zugleich Vorsitzender der Regionalgruppe Nord sowie Vizepräsident Dr. Bernhard Wesseling, Deutsche Vilomix, Neuenkirchen-Vörde, wurden ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Ernst Friedlaender, ForFarmers, und Dr. Heinrich Kleine Klausing, Deutsche Tiernahrung Cremer.

Stabile Futtermittelproduktion

Die deutschen Futtermittelhersteller haben im Wirtschaftsjahr 2020/21 nach Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ihre Mengen mit rund 24 Mio. t Mischfutter für Nutz- und Heimtiere weitgehend gleich gehalten. Im Norden und im Süden konnte der Anteil an der Gesamtproduktion mit 73 und 13 Prozent konstant gehalten werden. Nur im Osten gab es leichte Rückgänge um 3 Prozent.

Nicht verändert haben sich laut DVT die Produktionsanteile der verschiedenen Segmente Schwein, Rind und Geflügel. Traditionell macht Schweinefutter mit einem Anteil von 41 Prozent oder 9,8 Mio. t den größten Bereich der Futtermittelerzeugung aus. Rinder- und Geflügelfutter liegen mit 28 bzw. 27 Prozent anteilig gleichauf. Während die Geflügelfutterproduktion mit fast 6,4 Mio. t nahezu stabil blieb, verzeichnete die Rinderfutterproduktion einen Rückgang von 2,8 Prozent und betrug insgesamt 6,8 Mio. t. Deutschlandweit gibt es 287 meldepflichtige Unternehmen.

Rohstoffe global verfügbar

„Die Verfügbarkeit von Agrarrohstoffen ist global gut. Es gilt, die Vorzüglichkeit jeder Region bei der Produktion von Lebensmitteln zu nutzen und den Ausgleich für schwankende Erträge zu wahren“, erklärte Lahde auf der Mitgliederversammlung. In der Corona-Pandemie habe die Futtermittelwirtschaft zeigen können, dass die Belieferung der Landwirtschaft mit Futter durch funktionierende, grenzüberschreitende Lieferketten gewährleistet sei. Mi Blick auf die gesellschaftliche Diskussion um mehr Nachhaltigkeit forderte der DVT-Präsident mehr Ehrlichkeit und die gleichgewichtige Bewertung von Ökologie, gesellschaftlichen Anforderungen und der Wirtschaftlichkeit. Die Hersteller von Tiernahrung hätten große Erfahrungen in den vielschichten Aspekten einer nachhaltigen Rohstoffbeschaffung. „Heute sind bereits 60 bis 70 Prozent unserer Sojamengen im Futter aus nachhaltiger Erzeugung. Rund zwei Drittel aller Sojamengen stammen aus Gebieten mit geringem Entwaldungsrisiko“, so Lahde. Dem DVT gehe es darum, möglichst brancheneinheitliche Lösungen zu erarbeiten. Hierzu sei der Verband mit den verschiedenen Stakeholdern im Gespräch.

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