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Die Verleihung des Henneberg-Lehmann-Preises der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen fand Mitte März in der Alten Aula der Universität statt. Das Kuratorium der Henneberg-Lehmann-Stiftung und der Stiftungsträger, der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT), gratulieren dem Hauptpreisträger, Prof. Dr. med. vet. Siegfried Wolffram vom Institut für Tierernährung und Stoffwechselphysiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, sowie den diesjährigen Förderpreisträgerinnen Dr. rer. nat. Denise Geßner, Gießen, PD Dr. med. vet. Anne Mößeler, Hannover, und PD Dr. med. vet. Mirja Rosmarie Wilkens, Hannover. Darüber hinaus erhielt Dr. Walter Staudacher einen Sonderpreis für seine Verdienste um die praktische Anwendung der wissenschaftlichen Tierernährung.

Prof. Wolffram wurde für sein Lebenswerk im Zeichen der Tierernährung ausgezeichnet. In der Laudatio, die Prof. Klaus Eder für ihn hielt, konnten nur Auszüge seiner ganzen Tätigkeiten und Erfolge dargestellt werden. Als Tiermediziner hatte er sich von Beginn an der Ernährungsphysiologie verschrieben. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem bei der Physiologie und Pathophysiologie des Magen-Darm-Trakts, der Charakterisierung von Transportmechanismen von Nährstoffen im Darm (Aminosäuren, Selen, Carbonsäuren) bei verschiedenen Tierarten (Ratte, Schwein, Rind, Schaf, Katze), der Bioverfügbarkeit von sekundären Pflanzenstoffen ( beispielsweise Flavonoiden) und der Aufnahme und dem Stoffwechsel von Schimmelpilzgiften.

Tierernährung und Futtermittelkunde sind – in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Tiermedizin – heute mehr denn je zentrales Bindeglied zwischen Tierleistung und Tiergesundheit. So wunderte es kaum, dass zwei der drei Förderpreisträgerinnen Veterinärmedizinerinnen sind. Der Zweck der Henneberg-Lehmann-Stiftung ist die Förderung von Arbeiten auf dem Gebiet der Tierernährung, deren Ergebnisse in wissenschaftlicher, technischer oder wirtschaftlicher Hinsicht zur Verbesserung der Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere und der erzeugten Produkte beitragen. So zeigten sich auch in den Arbeiten und den drei Schwerpunktreferaten der Preisträgerinnen neue interessante Möglichkeiten, über bestimmte Futterzusammensetzungen, -bestandteile und eine gezielte Fütterung von Einzelkomponenten in bestimmten Lebensphasen positiv auf den Stoffwechsel und damit auf die Gesundheit der Tiere wirken zu können. Hierbei ist die Wissenschaft in der Tierernährung deutlich konkreter und häufig weiter als bei der Humanernährung. In seiner Laudatio für den Sonderpreisträger Dr. Walter Staudacher machte Prof. Dr. Hans Schenkel deutlich, warum dieser von dem Kuratorium geehrt und ausgezeichnet wurde. Staudacher lebte quasi sein gesamtes Berufsleben dafür, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Tierernährung Einzug in die praktische Anwendung erhielten.

Bei ihrer Dinner-Ansprache betonte DVT-Vizepräsidentin Carolin Braun, wie spannend und lebendig die Wissenschaft der Tierernährung heute sei. Das wissenschaftliche Know-how, das in diesem Fachgebiet stecke, habe Achtung und Aufmerksamkeit verdient: Die Preisträger spiegelten die Vielfalt der Tierernährung und auch der Futtermittelwirtschaft in beeindruckender Weise wieder. Wichtig sei, damit auch an die Öffentlichkeit zu gehen, um die hervorragenden und nützlichen Leistungen entsprechend vermitteln zu können.

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