Um die Eiweißversorgung sowohl für die Nahrungs- als auch die Futtermittelindustrie zu sichern, muss die Politik für die Produzenten langfristige Anreize schaffen.
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Um die Eiweißversorgung sowohl für die Nahrungs- als auch die Futtermittelindustrie zu sichern, muss die Politik für die Produzenten langfristige Anreize schaffen.
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Die EU solle eine führende Rolle einnehmen mit Blick auf den Anbau und die Verwendung von europäischem Pflanzeneiweiß. Das fordern COPA & COGECA, FEFAC und EUROSEEDS in einem gemeinsamen Aufruf.

In der jüngsten Erklärung des EU-Rates in Versailles hätten die Staats- und Regierungschefs die Absicht bekundeten, die Ernährungssicherheit durch eine Verringerung der Abhängigkeit der EU von wichtigen importierten Agrarprodukten und -inputs zu verbessern, insbesondere durch eine Steigerung der EU-Produktion von pflanzlichem Eiweiß. Die EU-Kommission müsse eine führende Rolle bei der Förderung des heimischen Anbaus und der Verwendung von europäischem pflanzlichem Eiweiß übernehmen, heißt es in dem Aufruf.

Kohärente Politik notwendig

Es gebe keine einfache und leichte Lösung, um das EU-Defizit an proteinreichen Quellen zu überwinden. Trotz der Fortschritte in der Pflanzenzüchtung, im Anbau und in der Verarbeitungstechnologie sei es unwahrscheinlich, dass Europa kurz- oder mittelfristig eine vollständige Selbstversorgung erreicht - insbesondere, wenn es keinen Zugang zu den besten Züchtungstechniken, Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln gebe, heißt es weiter.

Um einen nachhaltigen EU-Eiweißplan zu verwirklichen und den europäischen Landwirten neue Möglichkeiten zu bieten, das Angebot an die sich ändernde Nachfrage anzupassen, müsse der europäische Pflanzeneiweißsektor wettbewerbsfähig, von hoher Qualität und widerstandsfähig gegenüber den zahlreichen wirtschaftlichen, ökologischen, klimatischen und technologischen Herausforderungen sein. Um diese Ziele zu erreichen, sei eine kohärente europäische und einzelstaatliche Politik notwendig.

Verbrauch und Produktion von Protein bilanzieren

Daher fordern die Verbände eine Reihe von Maßnahmen, um die heimische Eiweißproduktion zu steigern, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern, die Diversität bei der Nutzung von Pflanzen zu erhöhen und den Kohlenstoff-Fußabdruck zu verringern:

- einen kohärenten EU-Rahmen zu schaffen, der die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Eiweißwertschöpfungsketten ermöglicht

- sinnvolle und langfristige Anreize für die Beteiligten zu schaffen

- Entwicklung einer Bilanz zur Verfolgung der Produktion und des Verbrauchs von Nahrungspflanzenprotein und Unterstützung der Entwicklung nationaler Bilanzen für Futterprotein

- Entwicklung innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen für wettbewerbsfähige Forschung und Entwicklung

- Unterstützung der Aufklärung der Verbraucher über nachhaltige landwirtschaftliche Produktionsverfahren in der EU und über die Vorteile einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung, die Lebensmittel auf pflanzlicher Basis enthält

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