Die Mehrheit der EU-Agrarminister spricht sich für den Anbau von Eiweißpflanzen auf brachliegenden Ackerflächen aus.
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Der Krieg in der Ukraine könnte die Versorgung mit Futtermitteln in der EU beschränken. Um die Lücke zu schließen, sollen Brachflächen freigegeben werden.

Die Mehrheit der EU-Agrarminister spricht sich für den Anbau von Eiweißpflanzen auf brachliegenden Ackerflächen aus. Bei den geltenden Regeln für 2022 für die ökologischen Ausgleichsflächen sollten deshalb Ausnahmen gemacht werden. Es ginge um eine kurzfristige Maßnahme noch im laufenden Jahr, erklärte der französische EU-Ratspräsident Julien Denormandie. Die EU-Kommission will prüfen, ob es zu einer Verknappung von Lebens- und Futtermitteln kommt und schließt eine Ausnahme nicht von vorneherein aus.

Wenig Wirkung erwartet

Allerdings werden in der EU ganz wenige Prozent der Ackerfläche im Rahmen des Greenings stillgelegt, so dass die Maßnahme kaum Wirkung zeigen dürfte. Die 10-prozentige Brache aus der Strategie für die Artenvielfalt bis 2030 dürfte durch den Krieg in der Ukraine noch umstrittener werden. „Wenn sich die Situation geändert hat, werden wir die Strategien überprüfen“, kündigte EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski an. Das betreffe allerdings nur Einzelheiten. Grundsätzlich rücke die EU-Kommission nicht von ihren Strategien für den EU-Agrarsektor ab.

Hilfen für Schweinehalter

Weiterhin forderte eine Mehrzahl der EU-Agrarminister Sofortmaßnahem für die Schweinefleischerzeuger. Diese litten unter den extrem hohen Futterkosten. EU-Agrarkommissar Wojciechowski zeigte sich jetzt viel aufgeschlossener gegenüber Hilfen für die Schweineproduzenten als in den vorherigen EU-Agrarräten. Er will erneut prüfen, ob eine Öffnung der privaten Langerhaltung (PLH) sinnvoll ist. Außerdem brachte Wojciechowski die Krisenreserve aus dem EU-Agrarhaushalt über 450 Mio. € in die Debatte ein. Diese finanzieren die Landwirte selbst. Wird die Krisenreserve ausgeschöpft, werden die Direktzahlungen im kommenden Jahr um rund 1,5 Prozent gekürzt.

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