Auf Grund der hohen Futterkosten dürften die Tiere früher abgegeben werden und die Schlachtgewichte sinken, erwartet die EU-Kommission.
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Auf Grund der hohen Futterkosten dürften die Tiere früher abgegeben werden und die Schlachtgewichte sinken, erwartet die EU-Kommission.
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Die hohen Produktionskosten und die Afrikanische Schweinepest (ASP) sorgen dafür, dass sich der Trend der vergangenen Jahre fortsetzt. Spanien bleibt ein Sonderfall. Die Exporte schwächen sich weiter ab.

Die EU-Kommission kam in ihrer Frühjahrsprognose zum Schweinemarkt für die Gemeinschaft zu ähnlichen Ergebnissen wie das USDA. Nach Einschätzung der Brüsseler Analysten werden der 2021 erfolgte Bestandsabbau und die derzeit sehr hohen Produktionskosten die Schweinefleischerzeugung in den 27 Mitgliedstaaten im laufenden Jahr gegenüber 2021 um rund 700.000 t oder 3 Prozent auf 22,9 Mio. t sinken lassen. Vor allem in Ländern mit Afrikanischer Schweinepest (ASP), darunter Deutschland, Polen und Rumänien, dürfte der Produktionsrückgang deutlicher ausfallen, so die Schätzung. Für Dänemark wird eine stabile Erzeugung prognostiziert, für Spanien ein Zuwachs von 3 Prozent. Erwartet wird zudem, dass aufgrund der hohen Futterkosten die Tiere früher und leichter an die Schlachthöfe geliefert werden.

Beim EU-Schweinefleischexport wird nach 2021 mit einer weiteren Abschwächung der Ausfuhren gerechnet; dieser soll um gut 100.000 t oder etwas mehr als 2 Prozent auf 4,64 Mio. t sinken. Neben China dürfte wegen des Krieges auch weniger Ware in die Ukraine und nach Belarus geliefert werden. Die Ausfuhren nach Großbritannien sollen hingegen ihren Tiefpunkt überwunden haben und 2022 nach der Lösung von Logistikproblemen wieder zunehmen. Beim Verbrauch erwartet die Kommission eine Fortsetzung des Negativtrends und einen Rückgang von rund 3 Prozent; der Pro-Kopf-Verzehr soll gegenüber 2021 um 1,1 kg auf durchschnittlich 32,0 kg sinken. Insgesamt sieht die Kommission den EU-Schweinemarkt 2022 in der Tendenz etwas stärker schrumpfen als das USDA; der Vergleich der absoluten Zahlen ist aufgrund statistischer Abweichungen, beispielsweise bei der Einbeziehung von Schlachtnebenerzeugnissen, eingeschränkt. AgE

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