Der Rinderbestand in der EU sank Ende 2021 auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren.
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Der Rinderbestand in der EU sank Ende 2021 auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren.
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Die Erzeugerpreise für Fleisch und Milch sind in der Europäischen Union gestiegen. Dennoch haben die Landwirte in der Gemeinschaft 2021 im Schnitt ihre Bestände weiter abgebaut, auch wenn es einige Ausnahmen gibt.

Laut aktuellen Daten des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) wurden im November beziehungsweise Dezember 2021 in den 27 Mitgliedstaaten insgesamt 75,65 Millionen Rinder gehalten; das waren rund 844.000 Stück oder 1,1 % weniger als im Vorjahr. Die Rinderherde ist damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren gesunken.

Verantwortlich für den jüngsten Rückgang der Rinderhaltung in der Gemeinschaft war insbesondere die Entwicklung in den beiden größten Produktionsländern Frankreich und Deutschland. Im Nachbarland ging der Bestand um 485.600 Tiere oder 2,7 % auf 17,33 Millionen Stück zurück; hierzulande sank die Rinderzahl um 262.200 oder 2,3 % auf 11,04 Millionen Tiere. Höhere Abnahmeraten zwischen 3,0 % und 4,1 % wurden zudem aus Portugal, Ungarn und Rumänien gemeldet. Gemäßigter fiel der Bestandsabbau in Belgien, Dänemark und Spanien mit jeweils rund 1 % aus.

Irland und Polen legen zu

In insgesamt neun EU-Ländern haben die Erzeuger jedoch ihre Rinderherden gegenüber 2020 aufgestockt und somit den Gesamtrückgang etwas abgemildert. Mit einem absoluten Zuwachs von fast 120.000 Tieren oder 1,8 % auf 6,65 Millionen Rinder zählte dazu Irland. Zudem setzt sich in Polen der Bestandsaufbau der Vorjahre mit einem Plus von 1,5 % auf 6,37 Millionen Tiere fort; in Österreich nahm die Zahl der gehaltenen Rinder um 0,8 % auf 1,87 Millionen Stück zu.

Weniger Milchkühe in Deutschland und Frankreich

Bei der Milchkuhhaltung in der EU standen 21 Staaten mit gesunkenen Beständen lediglich sechs Länder mit Zuwächsen gegenüber. Insgesamt nahm der EU-Milchkuhbestand gegenüber Dezember 2020 um 317.000 Tiere oder 1,5 % auf 20,22 Millionen Stück ab. Erneut waren Frankreich mit einem Minus von 2,5 % auf 3,32 Millionen und Deutschland mit einer Abstockung um 2,3 % auf 3,83 Millionen Tiere daran stark beteiligt.

Zudem verringerten die polnischen Bauern ihren Milchkuhbestand deutlich, nämlich um 90.500 Stück auf 2,04 Millionen Tiere. Dagegen stockten die irischen Erzeuger ihre Milchkuhherde spürbar auf, nämlich um 3,4 % auf 1,51 Millionen Stück. Auch in Tschechien, Bulgarien, Slowenien und Österreich nahmen die Bestände im Vorjahresvergleich etwas zu. AgE

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