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Europäisches Parlament

Aufhebung des Verfütterungsverbotes kann kommen

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich mit einer knappen Mehrheit von 39 zu 35 Stimmen für die Verfütterung tierischer Nebenprodukte ausgesprochen. Die Europäische Kommission hatte vorgeschlagen, die Verfütterung tierischer Nebenprodukte vom Schwein an Geflügel zu erlauben. Ebenso sollen tierische Nebenprodukte von Geflügel an Schweine verfüttert werden können. Grüne und Linke hatten einen Einspruch gegen die Kommissionsvorlage eingebracht. Sozialdemokraten und Rechtsnationale haben diesen unterstützt.

Jens Gieseke (CDU), Mitglied im Umweltausschuss und verantwortlicher EVP-Berichterstatter für das Dossier, zeigt sich erleichtert über die Entscheidung. Er sieht beim Einspruch inhaltliche Mängel. „Grüne und Linke ignorieren die wissenschaftliche Einschätzung der europäischen Agentur EFSA. Sie verwenden falsche Definitionen und ziehen absurde Schlussfolgerungen.“

Gieseke weiter: "Dabei ist die Verfütterung von tierischen Proteinen im Sinne des Green Deal." PAP (processed animal protein), das heute bei der Schlachtung von Tieren übrigbleibt, wird verbrannt oder ins EU-Ausland exportiert. Um den Proteinbedarf von Schweinen und Geflügel zu decken, wird Soja aus Übersee importiert. „Während die wertvollen tierischen Proteine exportiert werden, importieren wir tonnenweise Soja. Das kann doch nicht im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft sein“, so Gieseke weiter. Im Zuge des Kommissionsvorschlages ist nun auch die Verfütterung von Insekten an Schweine und Geflügel möglich. "Wir nutzen innovative Potenziale für ein nachhaltiges Wirtschaften," so Gieseke.

Die Argumentation, dass es durch die Zulassung von PAP zu Kreuzkontaminationen oder zu Verunreinigungen im Rinderfutter und damit zu einem erneuten Ausbruch von BSE kommen könnte, ist nicht stichhaltig. „Wir erlauben hier nur die Verfütterung von Schweinen an Geflügel sowie von Geflügel an Schweine. BSE ist aber eine reine Wiederkäuerkrankheit“, so Gieseke. „Zudem sieht der Vorschlag strenge Produktionskriterien wie separate Produktionslinien vor. Außerdem gibt es heute hinreichende Testmöglichkeiten für den Nachweis von PAP in Tierfutter. Es gilt eine Null-Toleranz-Grenze. Kontaminiertes Futter müsste entsorgt werden, sobald PAP in Rinderfutter oder eine Kreuzkontamination festgestellt wird. Auch die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA sieht bei einer Wiederzulassung keine Gefahr für die menschliche oder tierische Gesundheit ausgehen.“

Gieseke zeigte sich enttäuscht von den Mitgliedern des Ausschusses, die für den Einspruch gestimmt haben. „Es gibt keine wissenschaftliche Basis für die Aufrechterhaltung des Verbotes. Wir fordern immer wieder die Stärkung der Kreislaufwirtschaft und regen uns über die Abholzung des Regenwaldes auf. Aber hier, wo wir konkret etwas verbessern können, blockieren einige aus reinen Ideologiegründen. Grüne und Linke ignorieren die Wissenschaft und stehen für ideologische Verbote. Sie bekämpfen nachhaltige Konzepte, die echten Mehrwert schaffen.“

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