Köckler fordert Leitplanken für Nutztierhaltung

Mit Blick auf die Energie-Versorgung denkt Agravis--Chef Dr. Dirk Köckler auch darüber nach, ob und wie energieintensive Futtermittelstandorte weiter betrieben werden können.
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Mit Blick auf die Energie-Versorgung denkt Agravis--Chef Dr. Dirk Köckler auch darüber nach, ob und wie energieintensive Futtermittelstandorte weiter betrieben werden können.
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Die Zeiten sind schwierig - nicht nur für Tierhalter, sondern auch für die vorgelagerten Bereiche. So denkt Agravis beispielsweise über eine Bündelung der Futterproduktion nach und über den Verzicht auf das Pelletieren von Futtermitteln. Für den Erhalt der Veredelungswirtschaft in Deutschland sieht Agravis-Chef Dr. Dirk Köckler aber die Politik in der Pflicht.

„Wir erleben zurzeit eine politische Zeitenwende“, erklärte Agravis-Chef Dr. Dirk Köckler in dieser Woche auf der Eurotier mit Blick auf den Ukraine-Krieg und seine Folgen. Kostensteigerungen auf ganzer Linie, die schwierige Lage bei Lieferketten und Logistik prägen diese Phase der Knappheit. „Das ist eine wuchtige Transformation und dafür muss die Politik stabile Leitplanken setzen, um den vor- und nachgelagerten Bereichen dauerhaft wirtschaftliche Perspektiven zu bieten.“  Für den Erhalt der Veredelungswirtschaft in Deutschland brauche es Taten, vor allem mit Blick auf die Schweinehalter. Köckler rechnet mit einem Rückgang der Produktionskapazitäten um rund ein Drittel. Hier seien Integrationskonzepte und eine hinreichende Finanzierung gefragt, so Köckler

Weitere Bündelung der Futterproduktion

Der Rückgang hat auch Auswirkungen auf die Futterproduktion und Nachfrage. Er rechnet mit einer weiteren Konsolidierung und Abbau der Kapazitäten im Mischfuttersegment.  Auch im Hinblick auf die hohen Energiekosten müsse neu gedacht werden. So müssten beispielsweise die Transportwege zwischen Futtermühle und Landwirt kürzer werden. Agravis denke daher über eine Bündelung der Futterproduktion nach und prüfe die Standorte, insbesondere alte Einheiten, sowie ihre Lage mit Blick auf die LKW-Strecken, Gleis- und Wasseranschluss.  Eine Entscheidung falle in den kommenden 24 Monaten, sagte Köckler auf Nachfrage von Kraftfutter/Feedmagazine.

Run auf Heizöl

Entscheidend sei dabei auch die Energieversorgung der Futtermittelstandorte. Ein vorübergehender Verzicht auf das Pelletieren von Rinder-, Schweine- und Geflügelfutter sei vorstellbar, auch wenn die Fließfähigkeit dadurch leide. Denn das Pelletieren erfordert Erwärmung sprich Energie. Agravis hat daher seine Abhängigkeit vom Gas reduziert und die Versorgung, wo es möglich war, auf Heizöl umgestellt. „Wir erleben einen regelrechten Run auf Heizöl. Das ist aus klimapolitischer Sicht sicherlich nicht die gewünschte Entwicklung, aber aus sozialen und ökonomischen Gründen haben wir keine andere Wahl“, so Köckler.

 

 

 

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