FeedMagazine
Durch Fütterungskonzepte mit gezieltem Einsatz von Aminosäuren können vermehrt regionale Rohstoffe eingesetzt und so der ökologische Fußabdruck verringert werden.
IMAGO/Imaginechina-Tuchong
Durch Fütterungskonzepte mit gezieltem Einsatz von Aminosäuren können vermehrt regionale Rohstoffe eingesetzt und so der ökologische Fußabdruck verringert werden.

Fütterungskonzepte auf Basis von Aminosäuren reduzieren Versauerung, Eutrophierung und stickstoffbasierte Emissionen. Darüber hinaus ermöglichen sie die Verwendung regionaler Rohstoffe mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck. Das ist das Ergebnis einer vergleichenden Ökobilanz von Evonik.

In einer globalen Ökobilanz wurden die Umweltauswirkungen der Fütterung von Schweinen, Masthühnern und Legehennen analysiert. Die Studie wurde im zweiten Quartal 2021 vom TÜV Rheinland nach ISO 14040 und 14044 auditiert und zertifiziert. Diese vergleichende Ökobilanz habe die ökologischen Vorteile des Einsatzes seiner Futteraminosäuren und Fütterungskonzepte gegenüber der gängigen Tierernährung weiter belegt, teilt der weltweit führende Anbieter von Spezialchemikalien Evonik mit.

Proteinarme Fütterung ist gut fürs Klima

In der neuen Ökobilanz wurden die Umweltauswirkungen der Tierarten und der entwicklungsgerechten Fütterung von Schweinen, Masthähnchen und Legehennen mit ausgewogenen Aminosäureprofilen und niedrigem Rohproteingehalt nach folgenden Kriterien bewertet: Treibhauseffekt, Versauerungs- und Eutrophierungspotenzial, Blauwasserverbrauch, Flächeninanspruchnahme und atmungsaktive Anorganika. In die Analyse wurden die Emissionen der Futtermittelrohstoffproduktion, der Tierhaltung und der Gülleaufbereitung einbezogen.

Weniger Stickstoffemissionen

"Wir haben festgestellt, dass unsere Fütterungskonzepte und Aminosäuren signifikante Effekte bei der Reduzierung des Klimawandels und der stickstoffbasierten Emissionen haben können", sagt Dr. Michael Binder, verantwortlich für Sustainability Development im Geschäftsbereich Tierernährung. "Ihre Anwendung kann die Versauerung, die Eutrophierung und die Freisetzung von atmungsaktiven anorganischen Stoffen, die durch Ammoniak verursacht werden, reduzieren." Die Studie zeige auch einen weiteren Vorteil der proteinarmen Fütterung auf: die Möglichkeit, regionale Rohstoffe mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck zu verwenden.

Im Jahr 2010 hat Evonik die erste TÜV-zertifizierte vergleichende Ökobilanz für die Futtermittelergänzung mit den essenziellen Aminosäuren Methionin, Lysin, Threonin und Tryptophan vorgelegt. Im Jahr 2015 folgte eine zweite, die auch Valin einschloss. Beide Male dienten Futtermittel ohne Aminosäuresupplementierung als Vergleich. "Die Supplementierung von Aminosäuren ist heute in vielen Teilen der Welt gängige Praxis", sagt Dr. Jan-Olaf Barth, Leiter der Produktlinie Efficient Nutrition bei Evonik. Das wurde in der aktuellen Studie ebenso berücksichtigt wie die regionalen Unterschiede in der Futterzusammensetzung.
    stats