FEFAC-Präsident Asbjørn Børsting: "Die Europäische Union muss der Verwendung von Getreide und Ölsaaten in Lebens- und Futtermitteln Vorrang einräumen."
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FEFAC-Präsident Asbjørn Børsting: "Die Europäische Union muss der Verwendung von Getreide und Ölsaaten in Lebens- und Futtermitteln Vorrang einräumen."
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Der Verband der Mischfutterhersteller fordert einen Notfallplan, um auch die mittelfristigen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs in puncto Futtermittelsicherheit abzufedern. Die Autonomie der EU müsse gestärkt werden. Dies müsse auch mit Blick auf die EU-Ziele bei Biogas berücksichtigt werden.

Die FEFAC, die die Mischfutter- und Vormischungshersteller der EU vertritt, begrüßt nachdrücklich die Erklärung des EU-Rates in Versailles zur Lebensmittelsicherheit nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine. In der Veröffentlichung der EU-Kommission über einen Notfallplan zur Gewährleistung der Lebensmittelversorgung und der Lebensmittelsicherheit sei die Anfälligkeit des EU-Futtermittelsektors in Bezug auf die Einfuhr von proteinreichen Futtermittel-Ausgangserzeugnissen und wichtigen Futtermittelzusatzstoffen deutlich herausgestellt worden. FEFAC betonte, wie wichtig es sei, eine Unterbrechung der Futtermaislieferungen an südeuropäische Häfen zu verhindern.

EU-Produktion muss gesteigert werden

FEFAC-Präsident Asbjørn Børsting erklärte: "Die Europäische Union muss einen umfassenden Notfallplan für die Lebens- und Futtermittelsicherheit in der EU aufstellen, der der Verwendung von Getreide und Ölsaaten in Lebens- und Futtermitteln Vorrang einräumt, und zwar sowohl für die kurzfristigen Auswirkungen des Ausfalls der Getreidelieferungen aus der Ukraine ans Schwarze Meer als auch mittelfristig, um die Auswirkungen der Ukraine-Krise abzufedern, die noch lange zu spüren sein werden. Die EU muss innovative Pflanzenzüchtungstechnologien und gute landwirtschaftliche Praktiken unterstützen, um ihre eigene Produktion von Getreide, Ölsaaten und pflanzlichen Proteinen zu steigern".

Biogas-Ziele möglicherweise kontraproduktiv

Er wies darauf hin, dass das Ziel der Versailler Erklärung, die Energieabhängigkeit der EU zu verringern, sorgfältig analysiert werden müsse: "Die FEFAC-Mitglieder unterstützen voll und ganz die Erhöhung der Futtermittelautonomie der EU und investieren seit vielen Jahren in die Erhöhung des Anteils von Nebenprodukten in der Mischfutterproduktion, um so die Kreislauffähigkeit des Sektors und die Fähigkeit zur Rückgewinnung von Nährstoffen aus "nicht für den Menschen genießbaren" Futtermitteln zu verbessern.

Die EU-Ziele zur Förderung der Nutzung von Biogas und anderen erneuerbaren Energiequellen könnten möglicherweise die Ziele der EU im Bereich der Lebens- und Futtermittelautonomie untergraben, wenn diese Nebenprodukte, die in Futtermitteln verwendet werden, in die Energieerzeugung umgeleitet werden, was bedeutet, dass sie aus den Systemen der Lebens- und Futtermittelproduktion entfernt werden und somit die Abhängigkeit der EU von Futtermittelimporten erhöhen."
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