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Phil Hogan
Fefac
Phil Hogan

Am 6. Juni 2019 feierte Fefac sein 60-jähriges Bestehen mit dem Thema „Ressourceneffizienz-Champions der Lebensmittelkette“. Die Veranstaltung umfasste eine Grundsatzrede des EU-Kommissars für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Phil Hogan, und Podiumsdiskussionen zu den Herausforderungen für den Agrar- und Viehsektor im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Erwartungen.
Hogan bedankte sich bei Fefac für die wertvollen Beiträge zum Europäischen Proteinbericht (November 2018) und zur aktualisierten Proteinbilanz vom 20. Mai 2019. Er wies auf einheimische Futtermittel hin, die 45% des gesamten von EU-Nutztieren verzehrten Futterproteins liefern, und zeigte eine andere Perspektive auf das viel diskutierte „EU-Eiweißdefizit“. Er begrüßte auch die Fefac-Veröffentlichung „Koppelprodukte, ein wesentlicher Bestandteil der Tierernährung“, um die Ambitionen des Sektors in der Kreislaufwirtschaft zur Unterstützung einer klimaneutralen Landwirtschaft zu erläutern.
In seiner Eröffnungsrede hob Fefac-Präsident Nick Major die jüngste Unterstützung der Fefac-Soja-Beschaffungsrichtlinien durch führende europäische Futtermittelunternehmen in einer öffentlichen Erklärung zu verantwortlichem Soja hervor, die allen Fefac-Mitgliedern als Beispiel für das Engagement der Branche zur gemeinsamen Unterzeichnung offensteht und praktische Lösungen zur Förderung einer nachhaltigen Futter- und Tierproduktion bietet.
In der ersten Podiumsdiskussion über die EU-Proteinherausforderung bewerteten John Clarke (GD AGRI International Trade Affairs), Jim Sutter (USSEC-CEO), Pekka Pesonen (Copa-Cogeca-Generalsekretär) und Nick Major die angestrebten Ziele Europas zur Steigerung der Produktion von pflanzlichem Protein durch verschiedene Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik. Sie erörterten auch den Stand der Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU, insbesondere in Bezug auf Sojabohnenimporte. Jim Sutter hob die Verpflichtung der US-amerikanischen Sojabauern hervor, die Nachhaltigkeitsanforderungen der EU zu erfüllen, und verwies auf das erfolgreiche USSEC-SSAP-Programm. Pesonen begrüßte die bestehenden GAP-Maßnahmen der EU für Landwirte zum Anbau von Eiweißpflanzen, stellte jedoch fest, dass sie kein Allheilmittel sind. Er forderte die künftige Europäische Kommission auf, die Situation in Bezug auf neue Züchtungstechniken zu klären, die von den Landwirten dringend benötigt werden, um die Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen. Dies wird nur möglich sein, wenn einige von ihnen aus dem Geltungsbereich der GV-Gesetzgebung herausgehalten werden, basierend auf ihren eigenen Eigenschaften in einer Einzelfallbewertung.
In der zweiten Podiumsdiskussion zur Bewältigung des Klimawandels diskutierten Jean-Louis Peyraud (Präsident der Animal Task Force) und Joao Shimada (Earth Innovation Institute) gemeinsam mit Pesonen und Major über das Potenzial und die Machbarkeit von Strategien zur Emissionsreduzierung in der Pflanzenproduktion und Tierhaltung. Die Diskussionsteilnehmer hoben die Kompromisse zwischen verschiedenen Tierhaltungssystemen hervor, wenn es um die wahrgenommene Nachhaltigkeit in Verbindung mit Tiergesundheit, Tierschutz und THG-Emissionen geht. Sie betonten die Herausforderungen für Landwirte, wettbewerbsfähig zu bleiben, wenn sie in Nachhaltigkeit investieren müssen, und sie betonten die Notwendigkeit eines finanziellen Ausgleichsmechanismus für die Lieferung öffentlicher Güter.
Jean-Louis Peyraud wies auf die Notwendigkeit hin, die Pflanzen- und Tierproduktion neu zu verknüpfen, um den Anteil der „nicht menschlich essbaren“ Biomasse, die aus der Pflanzenproduktion und der Lebensmittelverarbeitung stammt, in der Futtermittelversorgungskette weiter zu erhöhen. Joao Shimada hob die gemeinsame Untersuchung mit Fefac zur CO2-neutralen Soja-Produktion in Brasilien hervor.

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