Viele Verbraucher verwirren die unterschiedlichen Kennzeichnungen der Fleischersatzprodukte.
imago/Joerg Boethling
Viele Verbraucher verwirren die unterschiedlichen Kennzeichnungen der Fleischersatzprodukte.
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Der Appetit der Bundesbürger auf Milch- und Fleischersatzprodukte hält sich offenbar doch in engeren Grenzen. Die Kennzeichnung ist oft unklar. Das geht aus einer Umfrage des IFH Köln im Auftrag des Projekts Lebensmittelklarheit hervor.

Die Umfrage zur Kennzeichnungserwartung an vegane und vegetarische Ersatzprodukte vn rund 1.500 Verbrauchern verdeutliche die große Skepsis der Verbraucher gegenüber Ersatzlebensmitteln, stellte der Deutsche Bauernverband (DBV) in Berlin fest. Nur 20 % der Befragten hätten angegeben, diese uneingeschränkt beziehungsweise viel zu verzehren. Rund 98 % essen laut DBV mehr oder weniger tierische Produkte wie Milch und Käse, jeweils 83 % Fleisch beziehungsweise Fisch.

„Diese Umfrage bestätigt vor allem eines - die übergroße Mehrheit der Verbraucher bevorzugt die Mischkost. Die deutschen Landwirtinnen und Landwirte sorgen für die notwendigen pflanzlichen und tierischen Zutaten“, erklärte der stellvertretende DBV-Generalsekretär Gerald Dohme. Laut Bauernverband empfinden gemäß der Studie mehr als 40 % der Befragten fleischähnliche Produktnamen wie zum Beispiel „vegetarischer Fleischsalat“ als irreführend beziehungsweise uneindeutig.

Eindeutigere Kennzeichnung gefordert

Damit sieht sich der DBV in seiner Forderung nach Wahrheit und Klarheit bei der Lebensmittelkennzeichnung bestärkt. „Wir lehnen es ab, dass fleischfreie Lebensmittel wie das Fleisch- oder Wurstoriginal benannt werden. Wir sind der Meinung, dass sich das Ersatzlebensmittel nicht nur in seiner Aufmachung, sondern auch in seiner Bezeichnung eindeutig vom Original unterscheiden muss“, unterstrich Dohme. So wenig es ein „milchfreies Milcheis“ oder ein „himbeerfreies Himbeerdessert“ geben könne, dürfe es auch keinen „fleischfreien Rinderbraten“ oder, um bei der Studie zu bleiben, „vegane Chicken Nuggets“ geben“. Anderenfalls drohe die Eindeutigkeit der Lebensmittelbezeichnung in die Beliebigkeit zu verfallen.

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert eine eindeutigere Kennzeichnung vegetarischer und veganer Ersatzprodukte. So sollten Produktbezeichnungen einfach und verständlich Sensorik und Verwendung beschreiben. Vegane und vegetarische Ersatzprodukte sollten auf der Vorderseite eindeutig gekennzeichnet sein. Begriffe, die sich an das tierische Originalprodukt anlehnen seien seitens der Verbraucher aber durchaus erwünscht, wenn eindeutig erkennbar sei, dass es sich um ein veganes oder vegetarisches Produkt handelt. Darüber hinaus sollte auch die Menge der Ersatzzutat auf die Verpackungsschauseite angeben werden, so der Bundesverband. Mit Material von AgE
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