Meeresalgen als Futterzusatz könnten Methanemissionen von Milchkühen signifikant reduzieren.
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Meeresalgen als Futterzusatz könnten Methanemissionen von Milchkühen signifikant reduzieren.
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Der größte neuseeländische Milchverarbeiter Fonterra weitet sein Projekt zur Senkung von Methanemissionen bei Milchkühen aus. Die Beimischung einer Meeres-Alge im Futter soll dabei untersucht werden.

Wie die Molkereigenossenschaft mitteilte, soll in Zusammenarbeit mit dem australischen Algenproduzenten Sea Forest die Zahl der landwirtschaftlichen Versuchsbetriebe auf insgesamt vier erweitert werden, um die Anwendung des Zusatzstoffes in einem größeren Maßstab zu testen. In den vergangenen zwei Jahren waren 900 Milchkühe auf einem Betrieb in Australien mit kleinen Mengen des Algenzusatzes gefüttert worden; die bisherigen Ergebnisse waren laut Fonterra in jeder Phase vielversprechend.

Potenzial ist hoch

„Wie bei allen Methanlösungen, die wir erproben, müssen wir herausfinden, ob wir diesen Zusatzstoff so einsetzen können, dass er für die Kühe und die Verbraucher sicher ist und keine Auswirkungen auf den Geschmack oder die Qualität der Milch hat", erklärte Fonterras Nachhaltigkeitsmanager Jack Holden. Forschungsarbeiten hätten gezeigt, dass Asparagopsis-Algen in Laborversuchen das Potential besäßen,

die Emissionen um mehr als 80 % zu reduzieren. Fonterra sei sich jedoch bewusst, dass die Verringerung außerhalb des Labors davon abweichen könne, weshalb der Versuch jetzt erweitert werde. „Wir streben an, bis 2050 bei den Emissionen netto null zu sein und investieren in Forschung und Entwicklung sowie in Partnerschaften, um eine Lösung zur Verringerung des Methanausstoßes zu finden“, betonte Holden. Der Geschäftsführer von Sea Forest, Sam Elson, berichtete, dass 2021 eine zusätzliche Farm mit 30 ha gekauft worden sei, um die Produktion des Algenzusatzes deutlich zu erhöhen.

Kommerzielle Aquakultur möglich

„Asparagopsis ist eine in den Gewässern Tasmaniens und Neuseelands beheimatete Meeresalge. Wir sind weltweit die ersten, die sie in kommerziellem Maßstab sowohl im Meer als auch an Land in Aquakultur anbauen“, so Elson. Fonterra wies darauf hin, dass es wahrscheinlich keine Einzellösung für das Methanproblem geben werde. Deshalb gebe es auch eine Zusammenarbeit mit Royal DSM, um den Futtermittelzusatz „Bovaer“ zu testen. Gemeinsam mit Nestlé liefen zudem Versuche zur Aufnahme von Wegerich in das Futter von Kühen, um die Menge des produzierten Stickstoffs zu reduzieren, die Kohlenstoffemissionen zu verringern und die Süßwasserqualität zu verbessern. AgE

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