ForFarmers mit Standort Lochem in den Niederlanden büßt durch Bestandsabbau infolge der Haager Umweltpolitik an Gewinn ein.
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ForFarmers mit Standort Lochem in den Niederlanden büßt durch Bestandsabbau infolge der Haager Umweltpolitik an Gewinn ein.
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Europas größter Futtermittelhersteller, der niederländische Konzern ForFarmers, hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Ergebniseinbruch hinnehmen müssen. Hohe Rohstoff- und Energiepreise kosten Ertrag.

Wie das Unternehmen jetzt in Lochem mitteilte, verringerte sich der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Zeitraum Januar bis März 2022 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 47,2 %. Absolute Werte wurden nicht genannt. Begründet wurde die negative Entwicklung vor allem mit deutlich gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten, die nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden konnten. Dennoch verbesserte sich der Bruttogewinn um 9,3 %, was den „schwachen“ Zahlen im ersten Quartal 2021 zugerechnet wird.

Absatzrückgänge fast überall

Nach Konzernangaben verringerte sich der Gesamtabsatz von Futtermitteln im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,3 %. Nur in Polen seien mehr Futtermittel verkauft worden. Für alle anderen Länder verzeichnete ForFarmers Absatzrückgänge. Die betreffende Menge an Mischfutter sei sogar um insgesamt 8,2 % geschrumpft.

Das stärkste Absatzminus verzeichnete das Unternehmen für Schweinefutter, was zum Teil auf den Bestandsabbau in den Niederlanden infolge der Haager Umweltpolitik zurückgeführt wird. Außerdem sei das Geschäft mit einem wichtigen Kunden im Vereinigten Königreich beendet worden. Zudem hätten in Deutschland zahlreiche Schweinehalter aufgrund der extrem niedrigen Schweinepreise aufgegeben.

Abbau der Bestände wird spürbar

Laut Geschäftsbericht war auch der Absatz von Geflügelfutter rückläufig. In einigen Ländern seien die Mastgeflügelbestände wegen hoher Rohstoffkosten zurückgefahren worden. Außerdem habe der Erfolg des Gütesiegels „Beter Leven“ in den Niederlanden den Nebeneffekt, dass auf derselben Fläche weniger Tiere gehalten werden könnten. Auch hierdurch habe sich die Nachfrage nach Futtermitteln verringert.

Nach Angaben der Geschäftsführung war der Futtermittelabsatz im Wiederkäuersektor in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres etwas niedriger als im ersten Quartal 2021. Die Milchviehhalter in Deutschland hätten trotz der gestiegenen Milchpreise weiterhin hauptsächlich Raufutter eingesetzt. Dagegen hätten sich die Verkäufe im Vereinigten Königreich relativ stabil entwickelt, obwohl die Milcherzeugung eingeschränkt worden sei. Dort sowie in den Niederlanden und Belgien habe das Unternehmen seine Position im Wiederkäuersektor sogar ausgebaut.

Bereits am 24. Februar hatte ForFarmers prognostiziert, dass das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr 2022 sinken dürfte, weil die Rohstoff- und Energiepreise voraussichtlich hoch bleiben würden und nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden könnten. Die Geschäftsführung bestätigte jetzt ihre pessimistische Einschätzung und verwies dabei auch auf die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. AgE

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