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Die Transformationsforschung agrar Niedersachsen an der Universität Vechta will in zwei Praxisbetrieben ein Klimasystem erproben. Es soll gleich vier Herausforderungen in der Geflügelhaltung adressieren.

Das mit rund 50.0000 € geförderte Projekt „Mee(h)r im Stall“ soll die mit dem Klimawandel immer öfter auftretenden Temperaturspitzen im Stall abfedern sowie die Ammoniak- und Feinstaubgehalte in der Stallluft reduzieren. Gleichzeitig sollen krankmachende Keime gebunden werden und ein angenehmes und gesundes Stallklima für die Tiere und die dort arbeitenden Menschen entstehen.

„Mit bundeseinheitlichen Vorschriften, wie etwa der ‚TA Luft‘, kommen aufwendige Emissions-Minderungsmaßnahmen zur 40-prozentigen Ammoniakreduktion und Nachrüstungen zur Abluftreinigung auf Geflügelbetriebe zu. Das Projekt wird auch zu diesem für die deutsche Geflügelhaltung zentralen Thema Erkenntnisse liefern“, so die Einschätzung von Dr. Barbara Grabkowsky, Leiterin des Verbunds Transformationsforschung agrar Niedersachsen an der Uni Vechta, der das Projekt koordiniert.

Das technische Know-how für dieses vierfach wirkende System bringt die Firma AKE Zentri-Jet GmbH aus Garrel in das Projekt ein. Während der dreijährigen Forschungsarbeit werden Bausteine eines integrativen Klimasystems, das beispielsweise in der Lebensmittelverarbeitung, der Pharmaindustrie oder in Krankenhäusern zur Reinigung bereits effektiv im Einsatz ist, für die Anwendung in der Nutztierhaltung innovativ zusammengesetzt. Praktisch erprobt wird das System auf den Geflügelbetrieben Mahlstedt in Coppenbrügge und Kühter in Bösel. Die Geflügelklinik an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover untersucht alle Aspekte rund um die Tiergesundheit und bewertet die Wirksamkeit des Systems, das heißt, ob die erzeugte Meeresbrise tatsächlich die erwünschten Effekte im Stall erzielen kann.

In dem Projekt wird erstmals die Kombination unterschiedlicher Techniken – wie Vernebelung, H₂O₂-Zugabe (Wasserstoffperoxid) und bipolare Ionisation – zu einem Gesamtkonstrukt unter Praxisbedingungen erprobt. Die Landwirte Andreas Kühter aus Bösel und Stefan Mahlstedt aus Coppenbrügge sehen in der Praxiserprobung eine Chance, die Haltungsbedingungen durch die Anwendung neuerer technischer Verfahren zu verbessern.

Gefördert wird das Vorhaben über drei Jahre mit rund 50.0000 € von den Europäischen Innovations-Partnerschaften für Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit. 


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